In Kunstnachlässe geschaut: Hans Kotte und Erich Gerlach - zwei Malerfreunde
9. August bis 1. November 2026
Hans Kotte (1908 - 1970) und Erich Gerlach (1909 - 2000) studierten beide in den 1920er Jahren an der Staatlichen Akademie für Kunstgewerbe in Dresden. Die Kunstgewerbeschule und die Kunstakademie in der sächsischen Metropole waren zu dieser Zeit gefragte Ausbildungsstätten.
Die beiden Maler sind heute weniger bekannt, doch sind ihre Arbeiten von beachtenswerter Qualität. Ein Großteil ihres künstlerischen Nachlasses liegt von der Öffentlichkeit unbeachtet in Schubläden ihrer Nachfahren. In diese Kunstnachlässe zu schauen und sie damit dem Vergessen ein Stück weit zu entreißen, ist Anliegen der Ausstellung. Gezeigt werden Zeichnungen und Aquarelle.
Erich Gerlach konnte sich in der DDR größerer Aufmerksamkeit erfreuen. Neben seinen tief empfundenen Landschaften und sensiblen Porträts malte er die Menschen in ihrem Lebensumfeld mit ihren Freuden und Leiden. Häufig sind die Aussagen in letztgenannten Bildern symbolhaft untermauert. Seine Arbeiten wurden in allen wichtigen Kunstausstellungen gezeigt. Es kam zu öffentlichen Ankäufen in Museen und er erhielt Kunstpreise sowie 1977 den Nationalpreis der DDR.
Hans Kotte lebte als Sohn eines Rottwerndorfer Müllers im ländlichen Raum. Anders als Erich Gerlach wurde er zum Kriegsdienst einberufen und geriet in Gefangenschaft. Nach der Entlassung musste er im väterlichen Betrieb mitarbeiten. Für seine künstlerische Tätigkeit blieb ihm vorwiegend nur die Freizeit. Später arbeitete er für den Deutschen Fernsehfunk und im DEFA-Trickfilmstudio in Dresden. Hans Kotte war Maler seines heimatlichen Umfeldes, der Landschaft und der Menschen, unter denen er selbst lebte und arbeitete. Sein Werk blieb im Vergleich zu Gerlach wenig beachtet. In der Ausstellung werden einige Arbeiten der beiden Freunde zusammengeführt. Der Besucher darf auf die Gegenüberstellung gespannt sein.
Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Forum Mitteldeutsche Kunst 20. Jahrhundert e.V.
