Sonderausstellungen

Neben der umfassenden Dauerausstellung, die sich mit der Sächsischen Schweiz, dem Elbsandstein und der Stadt Pirna beschäftigt, zeigt das StadtMuseum Pirna in regelmäßigen Abständen interessante Sonderausstellungen. Die drei bis sechs-monatigen Ausstellungen beschäftigen sich sowohl mit regionalen als auch zeitgeschichtlich relevanten Themen.

Vergangene Sonderausstellungen

Hanns Georgi – Die Sächsische Schweiz in grafischen Arbeiten

15. September bis 10. November 2019

Der am 21. September 1901 in Dresden geborene Hanns Georgi träumte bereits in seiner Kindheit davon, einmal Maler zu werden. Er beugte sich jedoch dem wohlgemeinten Wunsch der Eltern und wurde Lehrer. Von 1922 bis 1945 war der Künstler mit einigen Unterbrechungen wie dem Studium der Germanistik, Geschichte, Philosophie und Pädagogik an der Universität Leipzig sowie der Promotion zum Dr. phil. im Schuldienst und in der Lehrerbildung tätig.

In diesen Jahren erwarb er ohne akademische Beeinflussung in beharrlichem Selbststudium das für die Malerei notwendige künstlerische Rüstzeug. Ihm war bewusst,
dass in der Kunst nur der Gültiges schaffen kann, der das Handwerkliche mühelos beherrscht und ein sicheres Gespür für dessen Qualität entwickelt. Dass er sich mit seinem Bemühen auf dem richtigen Weg befand, zeigte die Anerkennung, die seinen Arbeiten auf der ersten Ausstellung 1923 in Sebnitz und 1926 bei der Internationalen Kunstausstellung in Dresden zuteil wurde.

Ab 1945 war Hanns Georgi, der seit 1928 in Sebnitz wohnte, als freischaffender Maler und Grafiker tätig. Die folgenden Jahrzehnte bis zu seinem Tod am 23. Oktober 1989 waren für ihn eine fruchtbare Schaffenszeit. Ohne sich dem herrschenden politischen System anzubiedern war es möglich seine Arbeiten bei zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland zu zeigen.

Seine Illustrationen zu Turgenjews Novelle „Faust“, die 1949 in einem Dresdner Verlag erschienen, waren sein erster großer Erfolg als Buchillustrator. Seitdem erschienen in renommierten Verlagen mehr als 60 Bücher und Georgi gehörte ab Mitte des vergangenen Jahrhunderts zu den namhaftesten Künstlern auf diesem Gebiet. Dem Maler Hanns Georgi erschien das unmittelbar im freien Licht Geschaute stets wahrhaftiger als das Erdachte. Was er mit Pinsel und Stift festhielt war die bildnerische Umsetzung des unmittelbaren Eindruckes, frei von belastenden Gedanken, Überhöhung und Verklärung. Der Künstler wollte den Betrachter seiner Bilder teilhaben lassen an der Freude, die er beim Malen empfunden hatte.

Die Sonderausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Canaletto Forum Pirna e.V.

Hoch über dem Elbtal – 750 Jahre Burg Pirna auf dem Sonnenstein

27. April bis 27. Oktober 2019

Mit der Urkunde vom 5. Dezember 1269 überwies Markgraf Heinrich der Erlauchte der Kapelle, gelegen „in castro nostro Pirne“  (in unserer Burg Pirna), jährliche Einkünfte von 5 Mark Silber. Damit trat die Befestigung in das Licht der Geschichte. Heute ist bekannt, dass der Berg Sonnenstein bereits etwa 300 Jahre früher eine Wehranlage getragen hat, die hoch über dem Elbtal die Kontrolle über den Fluss und ihn hier kreuzende Landwege übernahm.

Hier setzt die Ausstellung des Museums ein, der Bogen spannt sich von der slawischen Wallanlage über die mittelalterliche Burg bis hin zur Entwicklung der Festung Sonnenstein. Diese stellte bis zum Siebenjährigen Krieg eine der wichtigsten sächsischen Landesfestungen dar und diente in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts auch als Staatsgefängnis. Nach Ende des Krieges erlosch diese Bedeutung und die Festung diente mit Ausnahme des Jahres 1813 nicht mehr militärischen Zwecken. 1811 entstand hier die erste Landesheilanstalt für psychisch Erkrankte, die bald zu Anerkennung in ganz Europa gelangte.

Grabungsfunde, Gemälde und Grafik mit Darstellungen der Befestigung und Sachzeugen aus der Festungszeit erhellen schlaglichtartig wichtige Aspekte der Burggeschichte. Der Pirnaer Film- und Videoclub e.V. ist mit einem Film zu den archäologischen Forschungen auf dem Sonnenstein vertreten.
Als besondere Höhepunkte sind für jeweils einen Monat zwei originale Urkunden aus dem Sächsischen Hauptstaatsarchiv zu sehen. Es handelt sich um die im 15. Jahrhundert hergestellte Abschrift des nicht mehr vorhandenen Dokuments mit der Ersterwähnung von 1269 sowie um die Urkunde vom 28. September 1405, in welcher Jan von Wartenberg Markgraf Wilhelm dem Einäugigen das Schloss Pirna samt Zubehör verpfändete. Da dies Pfand nicht eingelöst wurde, verblieb die Burg seit dieser Zeit in meißnisch-sächsischer Hand.

Willkommen an Bord – Elbeschifffahrt in der Sächsischen Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert

1. März bis 2. Juni 2019

Die Sonderausstellung im StadtMuseum Pirna widmet sich ausgewählten Facetten aus 200 Jahren Schifffahrtsgeschichte. Sie ist das Resultat der Zusammenarbeit mit einer Projektgruppe, die Schifffahrtsbegeisterte, Sammler und Historiker vereinte. Herausragende Exponate sind unter anderem verschiedene Schiffsmodelle, die originale Dampfsteuermaschine des Personendampfers „Schmilka“ und die Fahne des Postaer Schiffervereins.

Die Schifffahrt hat über Jahrhunderte die wirtschaftliche Entwicklung im Gebiet der Sächsischen Schweiz wesentlich geprägt. Um 1800 gab es von Pirna bis zur böhmischen Grenze in fast allen Elborten Schiffseigner, die mit ihren Kähnen verschiedene Kaufmannsgüter, Getreide oder Obst transportierten. Dazu gehörten auch die konzessionierten Steinschiffer, welche den Sandstein aus den Brüchen zu den Steinniederlagen und Baustellen befördern durften. Bei der Talfahrt setzten die Schiffe Segel. Auf der Rückreise mussten Arbeitskräfte gemietet werden, die mittels Zugleine vom Ufer aus das „Bergwärtsziehen“ entweder selbst betrieben oder Tiere zum Vorspann einsetzten.

Die aufkommende Dampfkraft im Zuge der Industrialisierung veränderte die Schifffahrtsverhältnisse grundlegend. Im Jahr 1833 ließ der Zuckersiedereibesitzer Heinrich Wilhelm Calberla in Krippen den Holzrumpf für einen Heckraddampfer bauen, der Maschineneinbau erfolgte in Hamburg. 1836 erhielten Dresdner Kaufleute ein Privileg zum Betreiben der Dampfschifffahrt. Am 6. August des Folgejahres erreichte das  Dampfschiff „Königin Maria“ während einer Fahrt Pirna und erregte hier großes Aufsehen. Die Fahrgastschifffahrt nahm einen rasanten Aufschwung: Im Jahr 1861 verfügte die Dampfschifffahrtsgesellschaft bereits über zwölf Schiffe und 1865 wurden schon über eine Million Passagiere befördert. Zur 50-Jahrfeier des Unternehmens 1886 verkehrten bereits 22 Raddampfer, die auf der Elbe 61 Stationen bedienten und mittlerweile 2,2 Millionen Fahrgäste beförderten. Heute sind noch immer neun Raddampfer eine  touristische Attraktion, seit 1994 ergänzt durch zwei große moderne Salonmotorschiffe.

Auch die Frachtschifffahrt erreichte neue Dimensionen. Im Jahr 1869 begann auf einem ersten Teilstück zwischen Merschwitz und Loschwitz die Kettenschleppschifffahrt. Im folgenden Jahr fuhren die Kettendampfer schon bis Schmilka. Später erwuchs dieser Technologie eine starke Konkurrenz in leistungsfähigen Seitenrad-Schleppdampfern. Der Elbausbau ermöglichte den Einsatz immer größerer Schiffe.

Klitzeklein – Erzgebirgische Holzminiaturen aus der Sammlung von Albrecht Krenkel

2. Dezember 2018 bis 10. März 2019

Mit über 2.000 Miniaturfahrzeugen aus dem Erzgebirge könnte die Ausstellung als ein Oldtimertreffen im Lande Liliput angesehen werden. Die Miniaturen tragen Modellcharakter, so dass ein Rundgang durch die Ausstellung einer Chronik der Fahrzeuggeschichte gleicht. Am Anfang des 20. Jahrhunderts als Spielzeug entworfen, sind sie zu heißgeliebten Objekten von Sammlern geworden.

Gold gab ich für Eisen – Die Garnisonsstadt Pirna und der Erste Weltkrieg

2. Dezember 2018 bis 10. März 2019

Mit über 2.000 Miniaturfahrzeugen aus dem Erzgebirge könnte die Ausstellung als ein Oldtimertreffen im Lande Liliput angesehen werden. Die Miniaturen tragen Modellcharakter, so dass ein Rundgang durch die Ausstellung einer Chronik der Fahrzeuggeschichte gleicht. Am Anfang des 20. Jahrhunderts als Spielzeug entworfen, sind sie zu heißgeliebten Objekten von Sammlern geworden.

Skulpturensommer Pirna – Radierungen und Kleinplastik im StadtMuseum Pirna

30. Juni bis 30. September 2018

Seit dem 6. Mai werden anlässlich des diesjährigen Skulpturensommers in den Bastionen der ehemaligen Festung  Sonnenstein Holzplastiken und Bronzen des weit über die Grenzen Deutschlands hinaus geehrten Bildhauers gezeigt. Das StadtMuseum stellt nun für 9 Wochen 24 Grafiken des Künstlers aus, die Einblick in einen zweiten, sehr eigenständigen Bereich seines Schaffens geben.

Auf der hohen Kante – 20 Pfund Silbermünzen aus der Sächsischen Schweiz

31. Mai 2018 bis 26. August 2018

Ende April 2016 entdeckten Bergsteiger in der Sächsischen Schweiz zufällig beim Klettern einige Münzen in einer Felsspalte. Unverzüglich benachrichtigten sie die Polizei, die ihrerseits das Landesamt für Archäologie Sachsen einschaltete. Nun begann eine ungewöhnliche Fundbergung: Mit insgesamt 2275 Silber- und 2 Goldmünzen mit einem Gesamtgewicht von knapp 10 kg ist der Fund einer der größten Münzschätze Sachsens.

Ornament und Figur – Textile Arbeiten und Plastik von Elrid und Robert Metzkes

4. März 2018 bis 24. Juni 2018

Arbeiten der bekannten Künstlerin Elrid Metzkes sind bisher in ihrer Geburtsstadt Pirna, in der sie auch aufgewachsen ist, noch nicht gezeigt worden. Mit der Ausstellung im StadtMuseum Pirna wird die Kunstpreisträgerin der DDR vorgestellt. Würdige Ergänzung findet die Ausstellung durch Terrakotten und Bronzen ihres Sohnes Robert Metzkes, der als freischaffender Bildhauer in Berlin mehrfach ausgezeichnet wurde.

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