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Energiestadt Pirna

Für ihren vorbildlichen Umgang mit Energieressourcen und ihre Anstrengungen im kommunalen Klimaschutz wurde die Stadt Pirna am 5. November 2021 zum ersten Mal mit dem European Energy Award Gold ausgezeichnet. Bereits 2010, 2013 und 2017 wurde der Stadt Pirna die Auszeichnung verliehen, damals allerdings noch mit dem Status „Silber“.

Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke: „Der Preis ist eine Bestätigung für den energieeffizienten und klimabewussten Kurs, den wir als Stadt eingeschlagen haben. Es ist wichtig als Kommune beim Energiesparen mit gutem Beispiel voranzugehen und damit zu zeigen, dass wir verantwortungsvoll mit dem Geld der Bürger und den Ressourcen der Natur umgehen.“

Was ist der European Energy Award?

Der European Energy Award (eea) ist ein Instrument zur fortlaufenden Umsetzung, Steuerung und Kontrolle der klimarelevanten Aufgaben auf kommunaler Ebene. Im Rahmen des eea-Prozesses werden die lokalen Möglichkeiten und Potenziale ermittelt und die Umsetzung von effektiven und effizienten Aktivitäten und Projekten zum Schutze des Klimas vorangetrieben. Jährlich werden die Erfolge überprüft, die Planung aktualisiert und umgesetzt, sodass eine kontinuierliche Verbesserung des Klimas realisiert wird.

Erreicht eine Kommune mindestens 50 Prozent der möglichen Punkte, wird sie mit dem European Energy Award prämiert. Anschließend beginnt der eea-Zyklus wieder von vorne. Neue Maßnahmen werden entwickelt, weitere Projekte umgesetzt und geprüft. Sobald eine Kommune 75 Prozent oder mehr der Punkte erreicht, wird sie mit dem European Energy Award Gold ausgezeichnet. Ausgezeichnete Kommunen weisen besonders bespielhafte Klimaarbeit vor und sind Vorbilder auf nationaler und internationaler Ebene.

Umgesetzte Maßnahmen

In den Handlungsfeldern Entwicklungsplanung und Raumordnung, Kommunale Gebäude und Anlagen, Ver- und Entsorgung, Mobilität, interne Organisation, Kommunikation sowie Kooperation wurden insgesamt 87 Fragestellungen untersucht und beantwortet.

Die Stadt Pirna setzte dabei umfangreiche Einzelmaßnahmen des 3. Energiepolitischen Arbeitsprogramms 2017–2020 um. So wurden von den insgesamt 64 aufgestellten Einzelmaßnahmen bisher 49 umgesetzt.

In allen Handlungsfeldern konnten Einzelmaßnahmen abgeschlossen werden, andere befinden sich noch in der Umsetzung.

Beispiele für umgesetzte Maßnahmen

  • Handlungsfeld „Entwicklungsplanung und Raumordnung“: Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes sowie der Energie- und CO2-Bilanz
  • Handlungsfeld „Kommunale Gebäude und Anlagen“:  Erarbeitung eines Straßenbeleuchtungskonzeptes, Einführung eines kommunalen Energiemanagements (KEM) für kommunale Liegenschaften
  • Handlungsfeld „Ver- und Entsorgung“:  Abwärmenutzung Kälteanlagen Breite Straße 4-8 zur Wohnungsheizung
  • Handlungsfeld „Mobilität“: Erarbeitung Elektromobilitätskonzept, Ausbau Ladeinfrastruktur, schrittweise Umstellung der Fuhrparke auf alternative Antriebe, kostenfreies Parken Elbeparkplatz für Elektrofahrzeuge, Einführung Jobticket
  • Handlungsfeld „interne Organisation“:  Energiemanager und Energietechniker eingestellt, Einführung nachhaltiger Beschaffungskriterien  
  • Handlungsfeld „Kommunikation sowie Kooperation“:  jährliche Erfahrungsaustausch im Klimaschutz mit den Partnerstädten Pirnas, Schulprojekte 

Ausblick

Nach der Fortschreibung des Energiepolitischen Arbeitsprogrammes und der erfolgreichen Zertifizierung mit dem European Energy Award Gold im Jahr 2021, gilt es die Maßnahmen in den entsprechenden Handlungsfeldern zielgerichtet umzusetzen. Ausschlaggebend für das Handeln der Stadt Pirna ist das Ziel, den Energieverbrauch so zu optimieren, dass sich die Ausgaben für diesen Bereich trotz kontinuierlicher Preisanpassungen für alle Energieträger insgesamt nicht erhöhen werden.

Durch die Teilnahme am Projekt „Kommunales Energiemanagement“ (2017 – 2022) der Sächsischen Energieagentur werden dafür wichtige Grundlagen geschaffen. Die Umrüstung der Bestandsgebäude mit effizienter Technik der Wärmeerzeugung und sonstiger technischer Ausstattung sowie die Umsetzung nicht- und geringinvestiver Maßnahmen zur Verbesserung der Energie- und Kosteneffizienz sind dabei wesentliche Schritte.

Im Jahr 2021 wurde Pirna als fünfte Kommune in Sachsen mit dem European Energy Award Gold ausgezeichnet, was eine herausragende Klimaschutzarbeit bescheinigt. Bis zur nächsten planmäßigen Re-Zertifizierung im Jahr 2025 werden die Anforderungen nochmal deutlich verschärft, weshalb in den nächsten Jahren weiter intensive Aktivitäten in den Bereichen Entwicklungsplanung, Mobilität, Ver- und Entsorgung, Kommunale Gebäude, Öffentlichkeitsarbeit und Interne Organisation erforderlich sind.

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Projekte der Energiestadt Pirna

Neubau der Gauß-Oberschule als Passivhaus

Der Neubau der Gauß-Oberschule wurde 2012 bis 2014 im Passivhausstandard realisiert. Das energetische Konzept ging hierbei von den Beschlüssen der Bundesregierung zur Senkung des CO2-Ausstoßes und der Einsparung des Energieverbrauches aus.

Die Stadt Pirna baute damit das erste kommunale Gebäude als Passivhaus. Das Objekt wurde in einer kompakten Bauform errichtet, was sich energetisch positiv auswirkt. Weiterhin kommt eine gasbetriebene Wärmepumpe in Kombination einer Solarthermieanlage zum Einsatz. Die Anlage besteht aus elf Tiefenbohrungen in ca. 80 bis 90 m Tiefe und zwei Sole/Wasser-Wärmepumpen mit 29,9 und 38 kW Heizleistung. Die Betriebskosten wurden mit ca. 4.500 bis 6.000 € angesetzt.

Neubau der Kita „Naseweis“ als Niedrigenergiehaus

Die Kita „Naseweis“ wurde 2009 bis 2010 als Niedrigenergiehaus neu errichtet. Durch die konsequente Anordnung der Gruppenräume nach Süden und der Nebenräume nach Norden, wird nicht nur eine hohe Aufenthaltsqualität erreicht, sondern auch das Energiekonzept wirksam unterstützt.

Das sehr energieeffiziente und nachhaltige Haus ist hochwertig gedämmt und mit ökologisch unbedenklichen Materialien gebaut. Für eine gesunde Raumluft sorgt eine innovative Lüftungsanlage mit Filtern und Wärmerückgewinnung. Im Ergebnis wird bei wesentlich höheren Qualitäten für den Nutzer (z.B. kontrollierte Lüftung) der Wärmeenergiebedarf gegenüber dem bisherigen Domizil auf der Mozartstraße halbiert.

Mit einem Jahresenergiebedarf von 173,5 kWh/m² pro Jahr liegt der Neubau außerdem 40 Prozent unter den gesetzlichen Vorschriften. Damit leistet dieses Objekt auch seinen Anteil am Kohlendioxid-Einsparprogramm. Für die Wärmeversorgung sorgen die Stadtwerke Pirna mit dem Blockheizkraftwerk (BHKW) des angrenzenden Geibeltbades.

Einsatz eines Blockheizkraftwerkes im Herder-Gymnasium

Der Stadtentwicklungsausschuss der Stadt Pirna beschloss 2008 den Einsatz eines energieeffizienten Blockheizkraftwerkes am J.-G.-Herder-Gymnasium in Copitz. Ziel war die Einsparung und Optimierung von Betriebskosten und die gleichzeitige Umsetzung umwelpolitischer Maßnahmen. Das Projekt des Blockheizkraftwerkes war ein Pilotprojekt in seiner Art für die Stadt Pirna.

Mit dem BHKW mit einer elektrischen Leistung von 50 kW und einer thermischen Leistung von 82 kW konnten die Betriebskosten des Schulstandortes mit einer nebenliegenden Mehrzweckhalle um etwa 9.000 € im Jahr gesenkt werden.

Neubau der Kita „Schatzfinder“ am Kiessee in Birkwitz

Die Kita „Schatzfinder am Kiessee“ in Birkwitz wurde 2012 bis 2013 neu errichtet und mit einer Erdwärmeheizung einschließlich Sole/Wasser-Wärmepumpen ausgestattet. Massive Mauerwerkswände gewährleisten eine effiziente Wärmespeicherung. Damit wird ein Energieverbrauch von 45 Prozent unterhalb der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) erreicht. Damit entspricht das Objekt annähernd dem Standard eines Passivhauses und hat somit optimale Betriebskosten für Heizung und Warmwasseraufbereitung. Die erhöhten Anforderungen an die Energieeffizienz des Gebäudes lassen sich nur mit einer mechanischen Be- und Entlüftungsanlage erreichen, die die einzelnen Nutzungsbereiche ausreichend mit Frischluft versorgen wird. Die Dachfläche wurde für eine optionale Aufstellung einer Photovoltaikanlage vorbereitet.

Erneuerung der Straßenbeleuchtung mit modernster LED-Technologie

Bereits 2009 wurden Teile der Pirnaer Straßenbeleuchtung als Pilotprojekt auf LED-Technik umgestellt. Die Musteranlage mit 23 Leuchten an der Burglehnstraße und der Karl-Büttner-Straße in Pirna-Copitz brachte eine Energieeinsparung von ca. 80 Prozent gegenüber der bestehenden Altanlage und eine Kostenersparnis von jährlich 3.500 €. 2011 erhielt die Niederleite im Zuge ihres grundhaften Ausbaus ebenfalls eine LED-Straßenbeleuchtung.

Sanierung der Richard-Wagner-Stätten Graupa im Jagschloss

Die Stadt Pirna sanierte 2008 bis 2012 den Gebäudekomplex des ehenmaligen Jagdschlosses Graupa als Domizil für die Richard-Wagner-Stätten Graupa. Die technische Ausstattung entspricht neuesten Erkenntnissen auf dem Gebiet erneuerbarer Energien und ist somit ein Pilotprojekt der Stadt.

Durch den Einsatz von zwei Wärmepumpen und der Nutzung von Erdwärme für die Klimatisierung und Heizung des historischen Gebäudekomplexes wird nachhaltig Energie eingespart. Die Betriebskosten bewegen sich bei ca. 4.500 bis 6.000 €. Die Anlage besteht aus elf Tiefenbohrungen in ca. 80 bis 90 m Tiefe und zwei Sole/Wasser-Wärmepumpen mit 29,9 und 38 kW Heizleistung.

Erneuerung der Beleuchtung in der Sporthalle der OS „Carl-Friedrich-Gauß“

Die 3-Feld-Sporthalle mit einer Zuschauertribüne, Umkleide- und Sanitärbereich sowie einem kleinen Gastronomiebereich wurde zwischen 1996 und 1998 durch die Deuter AG im Auftrag der LIDL Schwarz Stiftung errichtet. Die Gebäudeabmessung beträgt 65 x 55m wobei die Größe der eigentliche Halle ca. 30 x 48m misst. Die Sporthalle ging 1998 in Betrieb und wird für den Schul- und Vereinssport genutzt.

Im Rahmen der Beleuchtungssanierung wurde die Beleuchtung dem Stand der Technik angepasst und energieeffizient ausgeführt. Die vorhandene Verkabelung sollte jedoch soweit als möglich verwendet werden.

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