Birkwitz

Birkwitz liegt unmittelbar am rechten Elbufer und geht auf eine slawische Ansiedlung zurück. Der Ortsname leitet sich vom sorbischen Personennamen Berka ab. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1350 als „Birkwicz“. Weitere historische Namensformen sind unter anderem „Berkewicz“ (1378) und „Pirkewitz“ (1547).
Archäologische Funde belegen jedoch eine deutlich frühere Besiedlung des Gebietes: Im Umfeld von Birkwitz bestand bereits vor mehr als 2.000 Jahren eine bronzezeitliche Siedlung.
1973 erfolgte der Zusammenschluss von Birkwitz und Pratzschwitz zu Birkwitz-Pratzschwitz, welches wiederum seit 1999 zu Pirna gehört.

Landwirtschaft, Fischerei und Elbschifffahrt


Über viele Jahrhunderte bildeten drei Wirtschaftszweige die Lebensgrundlage der Einwohner:

  • Landwirtschaft
  • Fischerei
  • Elbschifffahrt

Eine besondere Bedeutung besitzt die Elbfähre nach Mügeln (Heidenau), die nachweislich bereits seit mindestens 1555 besteht und bis heute in Betrieb ist.

Kirchliche Entwicklung
Die Geschichte der Fähre steht vermutlich auch mit den kirchlichen Verhältnissen in Zusammenhang. Bis 1927 war Birkwitz nach Dohna eingepfarrt. Für Gottesdienste, Taufen, Hochzeiten und andere kirchliche Anlässe mussten die Einwohner die Elbe überqueren. Seit 1927 gehört Birkwitz kirchlich zur Kirchgemeinde Graupa.

Wachstum durch Industrialisierung


Mit der Industrialisierung profitierte Birkwitz von seiner Nähe zu den Industriestandorten Pirna und Heidenau. Dadurch setzte ein deutliches Bevölkerungswachstum ein:

  • 1834: 227 Einwohner
  • 1925: 696 Einwohner

Gleichzeitig weitete sich der Ort räumlich stark über seine ursprüngliche Rundweilerstruktur hinaus aus. Während der historische Ortskern von großen Dreiseithöfen geprägt blieb, entstanden zahlreiche neue Gebäude.
Zu den wichtigen öffentlichen Bauten dieser Zeit gehört der Schulneubau von 1896.

Rohstoffabbau und Kiessee
Die Lehme, Sande und Kiese der Elbtalaue wurden schon bis etwa 1910 abgebaut und in einer Ziegelei am Nordostrand des Dorfes verarbeitet.
Die Rohstoffförderung setzte ab 1969 mit der Kiesgrube Birkwitz erneut ein und prägt das Bild im Umfeld des Ortes bis heute. Nach mehreren Jahrzehnten des Abbaus hat sich aus der Kiesgrube der Kies- und Badesee Birkwitz als beliebtes Freizeitareal entwickelt.
Nachdem die Kiesförderung bis in die 2020er Jahre vor allem im Bereich von Pratzschwitz erfolgte, wird derzeit ein neuer Kiestagebau zwischen Birkwitz und Söbrigen vorbereitet.

Wohnstandort und moderne Entwickung
Seit 1990 hat sich Birkwitz zu einem gefragten Wohnstandort entwickelt. Sichtbares Zeichen dieser Entwicklung ist die Entstehung eines größeren Wohngebietes nördlich des Kiessees mit mehr als 70 Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäusern.
Für junge Familien im Ort wurde 2013 die Kindertagesstätte „Schatzfinder am Kiessee“ neu errichtet.