Birkwitz

Unmittelbar am rechten Elbufer liegt Birkwitz, welches aus einer slawischen Ansiedlung hervorging. Das nach dem sorbischen Personennamen Berka benannte Dorf wurde 1350 als Birkwicz erstmals erwähnt. Weitere Namensformen sind u. a. als Berkewicz (1378) und Pirkewitz (1547) überliefert. Archäologische Funde haben jedoch belegt, dass im Umfeld von Birkwitz schon vor mehr als 2.000 Jahren auch eine bronzezeitliche Wohnstätte bestand.

Wirtschaftliche Grundlage des Dorfes waren über Jahrhunderte hinweg die Landwirtschaft, die Fischerei und die Elbschifffahrt. Die heute noch verkehrende Elbfähre nach Mügeln (Heidenau) besteht seit mindestens 1555. Ihre Existenz hängt vermutlich auch mit den kirchlichen Verhältnissen zusammen: Birkwitz war bis 1927 nach Dohna eingepfarrt. Die Bewohner mussten für alle kirchlichen Anlässe die Elbe überqueren. Erst seit 1927 gehört Birkwitz kirchlich zu Graupa.

Im Zuge der Industrialisierung setzte aufgrund der Nähe zu den Industriestandorten in Pirna und Heidenau ein Bevölkerungswachstum ein, die Einwohnerzahl stieg von 227 Bewohnern (1834) auf 696 Bewohner (1925). Birkwitz dehnte sich räumlich über seine ursprüngliche Rundweilerform mit den großen Dreiseithöfen im Ortskern stark aus. Zahlreiche neue Gebäude entstanden, darunter auch ein Schulneubau (1896). 

Die Lehme, Sande und Kiese der Elbtalaue wurden schon bis ca. 1910 abgebaut und in einer Ziegelei am Nordostrand des Dorfes verarbeitet. Die Rohstoffförderung setzte ab 1969 mit der Kiesgrube Birkwitz erneut ein und prägt das Bild im Umfeld des Ortes bis heute. Nach mehreren Jahrzehnten des Abbaus hat sich aus der Kiesgrube der Kies- und Badesee Birkwitz als beliebtes Freizeitareal entwickelt. Nachdem die Kiesförderung bis in die 2020er Jahre vorrangig im Umfeld von Pratzschwitz erfolgte, wird aktuell der Neuaufschluss eines Kiestagebaus zwischen Birkwitz und Söbrigen vorbereitet.

Seit 1990 hat sich Birkwitz zu einem nachgefragten Wohnstandort entwickelt. Ausdruck dieser Entwicklung war insbesondere die Anlage eines größeren Wohngebietes nördlich des Kiessees mit über 70 Reihen-, Zwei- und Einfamilienhäusern. Für die Kinder im Ort wurde 2013 die Kita „Schatzfinder am Kiessee“ neu errichtet.

1973 erfolgte der Zusammenschluss von Birkwitz und Pratzschwitz zu Birkwitz-Pratzschwitz, welches wiederum seit 1999 zu Pirna gehört.