Oberbürgermeister Stadt

Bye bye Schmiererei – Pirna gibt Graffiti keine Chance Oberbürgermeister Tim Lochner nimmt die Challenge an

Graffiti an Wänden, in Tunneln und an Hausfassaden sind ein weitverbreitetes Problem. Auch in Pirna ist es ein teures Dauerärgernis, das sich nur schwer in den Griff bekommen lässt.

Gemeinsam gegen Schmierereien im Stadtbild! Dieser Aufgabe haben sich derzeit mehrere Kommunalpolitiker in Sachsen verschrieben. Pirnas Oberbürgermeister Tim Lochner wurde von seinem Amtskollegen Uwe Rumberg aus Freital zur „Bye bye Schmiererei“-Challenge eingeladen, zuvor hatte der Bannewitzer Bürgermeister Heiko Wersing den Amtskollegen nominiert.

Im Mittelpunkt steht die Idee, dass möglichst viele Kommunen selbst aktiv werden. Auch Bürgerinnen und Bürger sowie Vereine sind aufgerufen, verschmutzte Flächen zu reinigen, ihre Aktionen zu dokumentieren und weitere Teilnehmer zu motivieren. Die Aktion lebt dabei vom Gemeinschaftsgedanken und der öffentlichen Sichtbarkeit.

 

Oberbürgermeister Tim Lochner im Außendienst

Aus diesem Grund machte sich unser Stadtoberhaupt gemeinsam mit der ebenfalls nominierten Heidenauer Bürgermeisterin Conny Oertel und den Kollegen vom städtischen Bauhof auf den Weg durch die Stadt. Ausgerüstet mit Hochdruckreiniger, Bürste und Einsatzfahrzeug legten sie selbst Hand an. Zunächst arbeiteten sie an einer Kritzelei direkt an der Stadtgrenze zu Heidenau. Am Flutschutztor an der Bahnunterführung Klosterstraße versuchten Tim Lochner und Andreas Thiele vom Bauhof gemeinsam, Graffitischmierereien weg zu schrubben. „Ich bin romantisiert an die Aufgabe herangegangen und war am Ende frustriert. Man kriegt mit viel Kraftaufwand vielleicht 70 Prozent weg, aber schön sieht es danach immer noch nicht aus“, sagte er. „Das ist reine Handarbeit und sehr zeitintensiv.“ Mit Wasser und biologisch abbaubarem Reinigungsmittel kommt man nicht weit. Das Entfernen der Schmierereien ist mit erheblichem Aufwand verbunden, erfordert teils teure Spezialverfahren und bindet Personal, das an anderer Stelle dringend gebraucht wird.

Um in Pirna künftig schneller, effizienter und umweltfreundlicher zu arbeiten, prüft der Rathauschef nun einen möglichen Einsatz von Lasertechnik.

Schmierfinken machen sich strafbar

Ein illegales Graffiti ist in Deutschland eine Sachbeschädigung nach § 303 des Strafgesetzbuches (StGB) und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren bestraft werden. Allein zwischen 2023 und 2025 wurden laut dem Sächsischen Staatsministerium des Innern in Sachsen insgesamt 24.812 Fälle von Graffiti-Sachbeschädigung registriert, was Kommunen vor große Herausforderungen stellt. Die Aufklärungsquote liegt bei 15 Prozent.

 

Graffiti-Kunst aus der Dose – es geht auch anders

Anstatt sich ausschließlich auf die Verfolgung von Täterinnen und Tätern zu konzentrieren, setzt die Stadt Pirna mehr auf Beteiligung, Eigeninitiative und Vorbildwirkung.

Die Stadtwerke Pirna gehen mit ihrer Trafohäuschen-Kunst aus der Dose mit gutem Beispiel voran. So entziehen sie den illegalen Sprayern die Malgrundlage.

 

Oberbürgermeister Tim Lochner und die Bürgermeisterin von Heidenau Conny Oertel nominieren nun ihre Kollegen in Altenberg, Königstein und Bad Schandau.