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Presseinformationen der Stadt Pirna und der städtischen Gesellschaften

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02.03.2007, Quelle: Stadt

Neues Klinikum Pirna eingeweiht - Oberbürgermeister Markus Ulbig: Meilenstein in Entwicklung der Stadt

Am Freitag, 2. März 2007, wurde das neue Klinikum Pirna an der Struppener Straße in Anwesenheit des sächsischen Ministerpräsidenten, Prof. Dr. Georg Milbradt, sowie zahlreicher prominenter Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesundheitswesen im Rahmen einer Festveranstaltung eingeweiht.

Oberbürgermeister Markus Ulbig bezeichnete die Eröffnung des Krankenhaus-Neubaus als einen „Meilenstein in der Entwicklung von Pirna“. Die Stadt verfügt damit über ein Krankenhaus mit modernsten Bedingungen zur Versorgung der gesamten Umgebung. „Dies ist eine deutliche Verbesserung für die Menschen hier vor Ort und ein großer Pluspunkt für die Zukunft unserer Stadt und der Region. Denn eine optimale medizinische Versorgung ist ein wichtiger Standortfaktor – für Neubürger, Investoren und Gäste. Ich bin überzeugt, dass sich das neue Gesundheitszentrum positiv auf die Bevölkerungsentwicklung in Pirna auswirken wird“, sagte das Stadtoberhaupt. Dem Krankenhaus komme in den nächsten Jahren auch eine noch stärkere Bedeutung zu, da Pirna nach der Kreisreform auch der Sitz des neuen Landkreises Sächsische Schweiz – Osterzgebirge sein wird.
Weiterhin sei das Klinikum ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für Pirna. Viele Menschen haben ihren festen Arbeitsplatz im Krankenhaus, außerdem werden  weitere Jobs im Umfeld entstehen.

Nicht zuletzt hat das neue Krankenhaus den Sonnenstein – den mit 8.500 Einwohnern größten Stadtteil Pirnas – auch optisch und funktional sehr verändert. Wo einst das Strömungsmaschinenwerk bis zu 3.000 Menschen Arbeit gab, fristete seit Mitte der 1990er Jahre eine 8,5 Hektar große Industriebrache ein trauriges Dasein. Mit dem Bau des neuen Krankenhauses auf dieser Fläche – im Herzen des Stadtteiles – ist somit auch ein Schandfleck verschwunden. „Wir haben es geschafft, dass in Pirna nun fast alle großen Industriebrachen verschwunden sind“, freut sich OB Ulbig. „Damit haben wir wieder gezeigt, dass die ehemaligen DDR-Betriebe nicht nur platt gemacht werden, sondern dass Stadtentwicklung für uns heißt, vernünftige Nachnutzungen zu finden. Ich bin heute überzeugt, dass Pirna dadurch ein zukunftsträchtiger Wirtschaftsstandort ist.“

Vom Kreiskrankenhaus zum neuem Klinikum Pirna – eine Chronik

  • Dezember 1995 
    Im Kreistag beginnt die Debatte über die Privatisierung des Kreiskrankenhauses Pirna. Favorisiert wird die Überführung in einen Eigenbetrieb.
  • Januar 1997 
    Die Kreisräte geben dem Vorhaben grünes Licht: Ab 1. April wird das Pirnaer Kreiskrankenhaus auf der Schandauer Straße als Eigenbetrieb geführt.
  • September 1998 
    Das Sozialministerium hält es für möglich, dass in Pirna ein neues Krankenhaus entsteht, da sowohl das Pirnaer Kreiskrankenhaus als auch das Heidenauer Krankenhaus der Johanniter saniert werden müssen. Zwischen den Leitungen beider Einrichtungen beginnen erste Gespräche über die Zukunft der Häuser.
  • Oktober 1999 
    Die Stadt Pirna schlägt das Gelände der früheren Felsenkeller-Brauerei (gegenüber dem Kreiskrankenhaus) als Standort für den Klinik-Neubau vor.
  • November 1999 
    Das sächsische Gesundheitsministerium macht klar, dass Fördermittel nur fließen, wenn das Pirnaer Krankenhaus mit  der Einrichtung in Dohna/Heidenau zusammengeschlossen wird. Damit wird Plänen für einen Teilersatz-Neubau des Pirnaer Kreiskrankenhauses ein Riegel vorgeschoben.
  • Juli 2000 
    Der Kreistag beschließt den Neubau eines Krankenhauses in der Region Pirna-Heidenau.
  • Oktober 2000 Die ÖTV-Gewerkschaftsgruppe des Krankenhauses initiiert eine Unterschriften-Sammlung für ein Bürgerbegehren zum Erhalt beider Krankenhaus-Standorte. 
  • November 2000 
    Nach zweijähriger Diskussion gibt der Kreistag grünes Licht für den Neubau eines linkselbischen Krankenhauses durch den Johanniter-Orden und verabschiedet sich vom Gedanken einer gemeinsamen Trägerschaft. Das Pirnaer Kreiskrankenhaus soll in die Regie des Johanniter-Ordens übergehen.
  • Mai 2001 
    Als potentielle Standorte für den Neubau werden das frühere Strömungsmaschinen-Gelände, eine Fläche am alten Krankenhaus, der Feistenberg und das einstige Areal der Fahrzeugelektrik diskutiert.
  • Juni 2001 
    Laut Landratsamt gibt es Hinweise, dass die Johanniter die nötigen Eigenmittel nicht aufbringen können. Landrat Geisler verlangt eine Bankbürgschaft.
  • August 2001 
    Die Verhandlungen mit den Johannitern werden abgebrochen.
  • September 2001
    Mit einem Interessenbekundungsverfahren startet der Kreis einen neuen Anlauf und streckt die Fühler in Richtung des privaten Sektors aus. Noch ist völlig offen, ob die künftige Einrichtung kommunal, halbprivat oder privat sein wird.
  • Bis März 2002 Von zwölf Bewerbern für den Kauf des Kreiskrankenhauses und einen  Krankenhaus-Neubau kommen letztendlich drei in die engere Auswahl.
  • Juni 2002
    Der Kreistag entscheidet sich für die Rhön-Klinikum AG als Käufer des Pirnaer Kreiskrankenhauses. Der Preis beträgt 8,5 Millionen Euro. Die Stadt Pirna stellt im Stadtteil Sonnenstein Flächen für den Krankenhaus-Neubau bereit.
  • Oktober 2002 
    Im Pirnaer Stadtrat werden die Weichen für den Neubau des Krankenhauses auf dem Sonnenstein gestellt. Dazu muss der Bebauungsplan geändert werden. In der Öffentlichkeit entfachen sich Diskussionen über eventuelle negative Folgen des Krankenhaus-Neubaus für das angrenzende Wohngebiet. 
  • November 2002 
    Das Johanniter-Krankenhaus in Dohna/Heidenau geht ebenfalls in die Regie der Rhön-Klinkum AG über.
  • Mai 2003 
    Auf Wunsch der Rhön-Klinikum AG macht die Stadt den Weg frei für einen anderen Standort auf dem Pirnaer Sonnenstein. Das neue Gesundheitszentrum wird auf dem Gelände der Strömungsmaschinen GmbH entstehen.
  • Oktober 2003 
    Die Stadt Pirna erwirbt die Grundstücke und Gebäude von der Strömungsmaschinen GmbH i. L., um die Voraussetzungen für den Klinikneubau zu schaffen. Mit der Revitalisierung der Brachflächen (Abbruch, Altlastensanierung, Flächenfreilegung, Erschließung) beauftragt sie die Stadtentwicklungsgesellschaft Pirna mbH (SEP). Der Grundstückskaufvertrag zwischen der Stadt und der Klinikum Pirna GmbH wird unterschrieben.
    November 2003 Der Pirnaer Stadtrat genehmigt die Verträge zum Ankauf des Standortes und zur Weiterveräußerung im Zuge der Revitalisierung.
  • Dezember 2003  
    Die SEP beginnt mit der Revitalisierung des Strömungsmaschinen-Geländes und richtet zunächst das Areal für den Klinikneubau her. Investiert werden insgesamt 4,1 Millionen Euro, gefördert über das EFRE-Programm (Eigenanteil der Stadt: rund 300.000 Euro).
  • Mai 2004 
    Mit dem symbolischen ersten Spatenstich startet der Neubau des Krankenhauses. Insgesamt 52 Millionen Euro kostet das Vorhaben, der Freistaat unterstützt dies mit 21,6 Millionen Euro.
  • Juni 2004 
    Der Stadtrat gibt für den Bebauungsplan Nr. 38 „An der Struppener Straße“ grünes Licht. Der erste Teil der Abbruchmaßnahmen ist beendet, damit steht der Baufreiheit für den Klinikneubau nichts mehr im Wege.
  • November 2004 -Juni 2005 
    Die SEP reißt die restlichen Gebäude auf dem Gelände ab.
  • August 2005 -September 2006 
    Der Standort wird komplett erschlossen und hergerichtet.
  • September 2005 
    Dem Krankenhausneubau wird die Richtkrone aufgesetzt.
  • September 2006 
    Die Revitalisierung des Geländes ist abgeschlossen.
  • März 2007 
    Das neue Klinikum Pirna wird in Anwesenheit des sächsischen Ministerpräsidenten Prof. Dr. Georg Milbradt eingeweiht.

PRESSEINFORMATION - Klinikum Pirna GmbH

- Einweihung des Klinik-Total-Ersatz-Neubaus Somatik
  am 02. März 2007, 09:30 Uhr ,
  Struppener Straße 13, 01796 Pirna
- Tag der Offenen Tür am 03. März 2007, 09:00-18:00 Uhr
- Umzug am 10.03.2007

Am 02. März 2007 ist es nun so weit: Das Klinikum Pirna feiert nach nur 33 Monaten Bauzeit im Rahmen einer Festveranstaltung, an der auch der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, Herr Prof. Dr. Georg Milbradt teilnehmen wird, die Einweihung des neuen Klinikums.

Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesundheitswesen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Klinikums werden am Freitag, den 02. März 2007 ab 09:30 Uhr den modernen Klinik-Total-Ersatz-Neubau für die Somatische Klinik auf dem ehemaligen Gelände des Strömungsmaschinenwerkes, Struppener Straße 13 in 01796 Pirna, seiner Bestimmung übergeben.

Am Samstag, den 03. März 2007, öffnet das neue Klinikum dann für die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Sächsische Schweiz und Umland sowie alle Interessierten seine Tore: zum Tag der Offenen Tür von 09:00 bis 18:00 Uhr, an dem die Besichtigung des neuen Hauses im Mittelpunkt stehen wird. Außerdem werden Gerätedemonstrationen, Fachvorträge sowie Präsentationen von Diagnostikmöglichkeiten und Operationstechniken angeboten.

Einige „technische“ Angaben zu dem Klinikneubau mit 312 Betten veranschaulichen den Umfang der nun abgeschlossenen Neubaumaßnahme auf dem Pirnaer Sonnenstein:

Ab Februar 2004 wurden die Flächen im ehemaligen Strömungsmaschinenwerk für den Klinik-Neubau vorbereitet: 21 Gebäude mussten von der Stadtentwicklungsgesellschaft  auf einer Grundstücksfläche von 49.000 Quadratmetern abgerissen werden. Die Abrisskosten beliefen sich auf rund 700.000 Euro. Am 27. Mai 2004 erfolgte der Auftakt für den Neubau mit dem „Ersten Spatenstich“.

Die künftige Nutzfläche der Somatischen Klinik umfasst ca. 16.300 Quadratmeter, der umbaute Raum insgesamt ca. 135.000 Kubikmeter. Der Klinikneubau gliedert sich in einen dreistöckigen Funktionsbau mit OP-Sälen, Untersuchungs- und Behandlungsräumen sowie in zwei dreigeschossige Bettenflügel, die zur Elbseite ausgerichtet sind. Die Patientinnen und Patienten erwarten auf den insgesamt 8 Betten-Stationen des Hauses moderne 2-Bett-Zimmer mit eigener Nasszelle und einem Aufenthaltsraum zwischen jeweils 2 Patientenzimmern. 

Auf der Eingangsebene des Funktionsbaus (Hauptgebäude) sind die gesamte Diagnostikabteilung für die Abteilungen Innere Medizin, Urologie und Chirurgie, die Radiologieabteilung mit einem neuen 64-Zeiler-Computertomograph (CT) und einem ebensolchen 1,5 Tesla- Magnetresonanztomograph  (MRT) untergebracht sowie die Notaufnahme und ein tagesklinischer Bereich mit drei Operationssälen entstanden.

In der ersten Etage befindet sich die Operationsabteilung, bestehend aus fünf Operationssälen und einer modernen Zentralsterilisationsabteilung. In direkter Anbindung dazu liegen eine Intensivstation mit 12 Betten sowie eine Intermediate-Care-Station mit 30 Betten. In der zweiten Etage wird die Klinik für Gynäkologie / Geburtshilfe mit Entbindungs- und Wochenstation residieren. Eine zweigeschossige überglaste Halle verbindet die Ebenen. Der Eingangsbereich des Klinikums wird ebenfalls durch eine zweigeschossige Halle mit direktem Zugang zur Cafeteria und zu den Konferenzräumen geprägt. Auf dem Dach des Klinikums wurde ein Hubschrauberlandeplatz errichtet.

Zusätzlich entstanden am neuen Klinikstandort Räumlichkeiten für das Medizinischen Versorgungszentrums Pirna (MVZ) mit 1.500 m².

Am Samstag, den 10.03.2007, findet der Patientenumzug in das neue Krankenhaus an der Struppener Straße 13 statt. Ab 08:00 Uhr nimmt ausschließlich das neue Klinikum die Patientenversorgung vor; ab diesem Zeitpunkt findet am Altstandort keine Behandlung mehr statt. Notfallpatienten müssen sich im Neubau einfinden.

Das MVZ Pirna mit den Fachabteilungen HNO, Physikalische und Rehabilitative Medizin und Neurologie/Psychiatrie wird ebenfalls von der Schandauer Straße mit an das neue Klinikum umziehen. Die Ärzte stehen ihren Patienten ab dem 12.03.2007am Klinikneubau zur Verfügung.

Für Patienten, Besucher und Mitarbeiter wurde ein zweigeschossiges Parkhaus geschaffen, so dass am neuen Klinikstandort insgesamt 277 Parkplätze zur Verfügung stehen.

Für die umfangreiche Neubaumaßnahme, eine Gesamtinvestition in Höhe von ca. 52 Mio. Euro, erfolgte eine anteilige Förderung durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales in Höhe von 21,6 Mio. Euro.

Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie verbleibt in dem, im Jahre 2003 sanierten, roten Klinkerbau auf der Hohen Straße 28-32.

Allen am Bau und an der Einrichtung Beteiligten sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gilt der Dank der Klinikleitung. „Sicherlich schließen sich unsere zukünftigen Patientinnen und Patienten dem Dank an. Wir sind der Überzeugung, mit den neuen Räumlichkeiten und der medizinisch-technischen Ausrüstung sowohl ein schönes Ambiente als auch moderne Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten zum Wohle unserer Patienten geschaffen zu haben, die der Genesung förderlich sind“, so die Einschätzung der Geschäftsleitung, Frau Katrin Möller und Herrn Frank Tovar.

Im Auftrag der   Sallwey & Partner
Klinikum Pirna GmbH     Telemannstr. 18
Schandauer Straße 12   60323 Frankfurt
01796 Pirna    Ihre Ansprechpartnerin:
Tel.: 03501/766-1200    Brigitte Sallwey
Fax: 03501/766-1422    Tel.: 069-97203628
   e-mail: sallwey@rhoen-klinikum-ag.com

 
Vom Strömungsmaschinenwerk zum Klinikneubau - SEP revitalisiert Brache und schafft Voraussetzungen für neues Krankenhaus

Im Mai 2003 stellte die Stadt Pirna die endgültigen Weichen für die Errichtung des neuen Krankenhauses auf dem Sonnenstein. Der bislang bevorzugte Standort innerhalb des neuen Wohngebietes wurde aufgrund breiter und teils kritischer Diskussionen in der Öffentlichkeit neu überdacht.

Das Gelände der ehemaligen Strömungsmaschinen Pirna GmbH war bereits in anfängliche Standortüberlegungen einbezogen worden. Die Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter ließen aber zu diesem Zeitpunkt keine kurzfristige Einigung erkennen; auch die aufstehenden Baulichkeiten und eine dadurch möglicherweise verzögerte Verfügbarkeit erschienen kompliziert, so dass sich die Bemühungen zunächst auf kurzfristig verfügbare Flächen konzentrierten. Jedoch hat auch hier die Stadt Pirna den Weg, der Revitalisierung von Brachflächen dem Bauen auf der grünen Wiese den Vorzug zu geben, konsequent und zielstrebig verfolgt. Dazu trug insbesondere auch die Stadtentwicklungsgesellschaft Pirna mbH bei, die die Standortvorbereitung zur Errichtung des neuen Krankenhauses vollumfänglich in der Hand hatte.

Das Gelände der ehemaligen Strömungsmaschinen GmbH war seit der Insolvenz des Unternehmens weitestgehend ungenutzt und verfiel zusehends. Eine dauerhafte Nachnutzung der Gebäude schied aufgrund ihres Zustandes aus. Die Entscheidung des Krankenhausbetreibers, der Rhön AG, den Neubau des Klinikums auf dem Gelände des ehemaligen Strömungsmaschinenwerkes zu errichten, gab der Stadt Pirna nun die Möglichkeit, eine Entwicklung der Fläche bei gleichzeitig gesicherter Nachnutzung in Angriff nehmen zu können.

Da die Revitalisierung von Altstandorten eine hohe Priorität bei der städtebaulichen Entwicklung insgesamt besitzt, wurde seitens des Freistaates Sachsen ein entsprechendes Förderinstrument geschaffen. Eine Verwaltungsvorschrift – die VwV-Stadtentwicklung vom 19.02.2001 – gibt dazu den Rahmen. Unter Inanspruchnahme von Fördermitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) können Gemeinden bei Maßnahmen zur Revitalisierung von Brachflächen mit bis zu 75 % Fördermitteln unterstützt werden. Dies betrifft vor allem Aufwendungen für Abriss, Beräumung, Altlastenbehandlung, Erschließung, Renaturierung und Vermarktung von künftig gewerblich genutzten Flächen. Unter diesem Aspekt wurde zunächst eine Projektkonzeption erstellt, auf die man sich letztendlich insbesondere bei den Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter zum Erwerb des Standortes sowie natürlich für die Beantragung von Fördermitteln stützen konnte. 

Im Juni 2003 wurde der Antrag auf Zuwendung von Fördermitteln zur Freimachung der Brachfläche des ehemaligen Strömungsmaschinenwerkes beim Regierungspräsidium Dresden eingereicht. Noch im gleichen Monat gab die Behörde grünes Licht für den Maßnahmebeginn. Die damals geschätzten Gesamtkosten beliefen sich auf rund 4,53 Millionen Euro.

In den folgenden drei Monaten wurden mehrere für das Gesamtprojekt notwendige Entscheidungen getroffen bzw. Schritte gegangen. Insbesondere die Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter waren schnellstmöglich zum Abschluss zu bringen, um die Verfügbarkeit über die Fläche – die wiederum Voraussetzung für die Fördermittelinanspruchnahme war – nachzuweisen. Am 8. Oktober 2003 wurde der notarielle Abschluss des Grundstückskaufvertrages zum Erwerb des Gesamtstandortes (85.000 m² Grundstücksfläche mit aufstehenden Gebäuden und Zubehör) durch die Stadt Pirna vollzogen. Die Verhandlungen mit der Rhön AG waren bereits soweit fortgeschritten, dass schon neun Tage später der Verkauf des benötigten Grundstücks (48.800 m²) erfolgen konnte. Am 30. Oktober 2003 erging dann der Zuwendungsbescheid des Regierungspräsidiums Dresden über die beantragte Förderung. Der Stadtrat der Stadt Pirna bestätigte am 25. November 2003 das Projekt und die geschlossenen vertraglichen Vereinbarungen.

Diese Schritte wurden im Wesentlichen durch die Stadtentwicklungsgesellschaft Pirna mbH (SEP) realisiert. Die Gesellschaft verfügte bereits über umfangreiche Erfahrungen bei der Brachflächenrevitalisierung durch die Entwicklung des Standortes des ehemaligen Kunstseidenwerkes zu einem modernen Gewerbepark. Die Stadt Pirna machte sich jetzt wieder diese Kompetenz zunutze und legte die Projektsteuerung (u. a. Vorbereitung und Umsetzung von Grundstückskaufverträgen, Mitwirkung bei der Erarbeitung des Bebauungsplans, Bewirtschaftung der Projektmittel) ebenso wie die begleitenden Leistungen für Abbruch, Freilegung, Altlastensanierung und Erschließung in die Hände der Stadtentwicklungsgesellschaft.  

Die Lage des Standortes in Angrenzung an den Bereich des Schlossparks, die bestehende Wohnbebauung und die vorhandene gewerbliche Nutzung machten eine sensible Planung notwendig. Die Erarbeitung des Bebauungsplanes „An der Struppener Straße“ wurde daher ebenfalls frühzeitig begonnen und war auch das erste Planverfahren, was nach neuem EU-Recht (mit UVP-Vorprüfung, Umweltbericht etc.) durchzuführen war. In enger Zusammenarbeit zwischen dem von der Rhön AG beauftragten Planungsbüro, der Stadt Pirna und der SEP gelang es, bis Juni 2004 den Bebauungsplan fertig zu stellen. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 8. Juni 2004 den dazugehörigen Satzungsbeschluss gefasst.
 
Die Terminenge war insbesondere darin begründet, dass der erste Spatenstich für den Klinikneubau ebenfalls im Juni 2004 erfolgen sollte. Bis dahin musste der Standort freigelegt sein. Dies erforderte ein hohes und konzentriertes Maß an Vorbereitung. Die noch bestehenden Nutzungs- und Mietverträge waren aufzulösen, so dass rechtzeitig mit den Maßnahmen begonnen werden konnte.

Der Abbruch der Altsubstanz wurde in zwei Bauabschnitten realisiert. Die zeitliche Einordnung des 1. Abschnittes erfolgte mit dem Ziel, die Baufeldfreimachung zunächst im Bereich des Krankenhausneubaus bis 30. Juni 2004 abzuschließen. Nach öffentlicher Ausschreibung der Abbruchleistungen war offizieller Baubeginn am 22. Dezember 2003, der Krankenhausneubau auf der freigelegten Fläche konnte sieben Monate später wie geplant beginnen.

Anschließend wurde der 2. Abschnitt in Angriff genommen, von November 2004 bis Juni 2005 wurde dann die restliche Bausubstanz abgerissen. Zwei früher als Schwesternwohnheime und später als Büro genutzte Gebäude standen unter Denkmalschutz. In Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege wurde eine Einigung erzielt diese abzureißen. Für das ebenfalls unter Denkmalschutz stehende ehemalige Speisehaus wurde eine Entscheidung für den Abbruch nicht gefällt.
Das beauftragte Unternehmen, die Frauenrath Recycling GmbH aus Bretnig, realisierte die Abbruch- und Freilegungsmaßnahmen mittels einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, in der zunächst 40 und später dann 15 Arbeitnehmer zum Einsatz kamen. Die Agentur für Arbeit unterstützte dadurch das Projekt in erheblichem Umfang.

Vor Beginn stellte sich die Situation wie folgt dar: 26 Einzelobjekte mit ca. 310.000 m³ umbautem Raum, 2 unterirdische Tanklager mit 11 Tanks (Gesamtkapazität von 680.000 l), 2 Kühltürme von 30 m Höhe und 5 Trafostationen waren u.a. abzubrechen. Eine Besonderheit war mit den 8 so genannten Prüfständen gegeben, die durch ihren komplexen Aufbau (doppelter Wand- und Bodenaufbau, Fundamente) auch für ein renommiertes Abbruchunternehmen keine alltägliche Aufgabe waren.

72.570 t Bauschutt (Beton) wurden während der Bautätigkeit auf der Baustelle zur Wiederverwendung gebrochen, ca. 66.750 t Bauschutt (Ziegel) mussten deponiert werden, an sonstigen Abfällen (Baumischabfälle, Holz, Dachpappe, Asbest etc.) fielen ca. 2.750 t an.

Aber auch die Behandlung kontaminierter Bausubstanz stellte eine Herausforderung dar. Zwei Galvanikabteilungen, eine Kläranlage für galvanische Abwässer, mehrere chemische Arbeitsbereiche und verunreinigte Hallenfußböden sprechen für sich. So war es erforderlich, ca. 22.600 t kontaminierten Bauschutt zu entsorgen. Die festgestellten drei Altlastenbereiche wurden fachgerecht und in Abstimmung mit den zuständigen Behörden saniert, d.h. der kontaminierte Boden (ca. 7.800 t) wurde entsorgt.

Zum Ende der Freilegungsmaßnahmen konnte die Stadt Pirna direkt auf dem Gelände eine Netzwerktagung zum Thema „Revitalisierung von Brachflächen“ durchführen. Weitere sächsische Kommunen, die ebenfalls Mittel aus dem EFRE-Fonds für derartige Maßnahmen erhalten haben, konnten sich an Hand dieses Praxisbeispiels von der erfolgreichen Revitalisierung der Brache überzeugen. Bemerkenswert für die Gäste damals war vor allem das Zusammenspiel von bereits entstehender Folgenutzung (Krankenhausrohbau) zu noch laufenden Freilegungsmaßnahmen.

Es kann mit Berechtigung davon gesprochen werden, dass es der Stadt Pirna und der mit der kompletten Projektumsetzung beauftragten Stadtentwicklungsgesellschaft gelungen ist, wieder ein positives Zeichen für funktionierende Brachflächenrevitalisierung zu setzen. Dies ist auch der konstruktiven Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium Dresden und dem vom Freistaat Sachsen für die Umsetzung des Förderprogramms beauftragten Projektcontroller, der Projektgruppe Stadt+Entwicklung Leipzig, zu verdanken.

Ein weiterer Schwerpunkt der Entwicklung der Brachfläche der ehemaligen Strömungsmaschine war natürlich auch die Herstellung neuer Erschließungsanlagen. Bisher fehlte vor allem eine Anbindung an die öffentliche Schmutz- und Regenwasserkanalisation. So konnten bis September 2006 auch diese Leistungen abgeschlossen werden. Sie umfassten: Umverlegung eines 20-kV-Kabels im Gelände, die Sanierung der Regenwasserableitung zur Elbe, der grundhafte Ausbau der Dr.-Benno-Scholze-Straße mit dem Neubau des Schmutz- und Regenwasserkanals und der Gasleitungen. Die Straße ermöglicht nun wieder eine durchgängige verkehrsmäßige Erschließung vom Schlosspark zum Ortsteil Cunnersdorf.

Die Gesamtkosten der beschriebenen Maßnahmen belaufen sich auf rund 4,1 Millionen Euro und konnten damit unter dem kalkulierten Ansatz gehalten werden. Die nicht durch Verkaufserlöse gedeckten Aufwendungen werden vom Freistaat Sachsen mit rund 770.000 Euro gefördert, die Stadt Pirna selbst stellte im Realisierungszeitraum für das Vorhaben etwa 300.000 Euro bereit.
Nach Ansiedlung des neuen Krankenhauses stehen der Stadt Pirna noch 15.000 m² gewerblich nutzbarer Fläche sowie Bauland zur Errichtung von individuellem Wohnungsbau von 8.400 m² zur Verfügung. Die Stadtentwicklungsgesellschaft hat den Auftrag zur Vermarktung erhalten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein städtebaulicher Missstand im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung beseitigt wurde und ein Stadtteil, insbesondere aber auch das unmittelbar angrenzende Umfeld mit der vorhandenen Wohnbebauung, gegenwärtig und künftig in besonderer Weise davon profitieren wird.

Katrin Tepper, Stadtentwicklungsgesellschaft Pirna

Autorin: Sabine Schlechtiger, Pressesprecherin

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Pressesprecher
Thomas Gockel

Am Markt 1/2
01796 Pirna
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