Umbrüche – Zeitzeugenprojekt zu Erfahrungen 1989/90

Das derzeit geschlossene StadtMuseum Pirna wird trotz der geltenden Corona-Einschränkungen für Besucher erlebbar. Gemeinsam kann dabei zurückgeblickt werden auf die Zeiten des Umbruches 1989/1990 und  in einen offenen und lebendigen Austausch über die Kernthemen der Bürgerbewegung und die häufig diskutierten Fragen unserer Zeit getreten werden. Das Projekt lädt zum Selbsterleben in der Stadt ein.

In den vergangenen drei Jahrzehnten haben die Bürger Pirnas wie die meisten Ostdeutschen massive Umbrüche erlebt. Obgleich Demokratie, etliche Freiheiten und die deutsche Einheit friedlich erkämpft wurden, konnten nicht alle Bedürfnisse und Erwartungen erfüllt werden. Die Euphorie der Wendejahre ist verklungen, zunehmende politische Polarisierung spürbar. Die Stimmung in unserer Stadt ist angespannt.

Eine Kommunikationsstörung zwischen Staat und Gesellschaft machten bereits die Friedens- und Umweltbewegten 1989 aus und kämpften für deren Überwindung. Auf den stetig wachsenden Demonstrationen forderten sie freie Wahlen, Umweltschutz und die Schließung der großen volkseigenen Betriebe sowie die Rettung der Pirnaer Altstadt.

Heute dominieren Themen wie die Einschränkung der Freiheitsrechte durch die Corona-Maßnahmen, die Errichtung des Industrieparks (IPO), der Bau der Umgehungsstraße oder der Zuzug von Geflüchteten die gesellschaftliche Debatte in der Region.

Das Museum versucht einen Brückenschlag und platziert diese Themen mittels einer Schaufensterausstellung in der Pirnaer Altstadt. Dafür werden die leerstehenden Geschäftsräume – ebenfalls Symbol gesellschaftlicher Entwicklungen – für die temporäre Präsentation als „Zeitfenster“ genutzt.

Sie, liebe Besucher, bitte wir, sich mit Anregungen, Erfahrungen, Fragen und Gedanken zu beteiligen. Gerne können Sie dafür den Briefkasten am Schaufenster auf der Dohnaischen Straße nutzen.


Konzept und was bisher geschah

Das Projekt fußt auf die Befragung von Zeitzeugen im Jahr 2020. Diese glichen einem Experiment. Nicht das Museum gab die Inhalte vor, sondern die Menschen erzählten, was sie bewegt oder geprägt hat und wie sie heute leben wollen. Die Gespräche wurden sowohl im Museum, bei den Bewohnern, als auch im sog. Pirnaer KiP-Lädchen durchgeführt.

Daneben waren jene Zeitzeugen und ihre Geschichten auch der Mittelpunkt einer „Lebendigen Bibliothek“, die die Stadt gemeinsam mit dem Stadtmuseum durchführte. Bei der Veranstaltung zur Einheit im Pirnaer Rathaus am 05.Oktober 2020 konnten Neugierige mit Zeitzeugen in kleinen Gesprächsrunden zusammenkommen. Die Zuhörer lernten persönliche Erlebnisse aus den Jahren 1989 und 1990 kennen und konnten Ereignisse aus jenen Jahren aus verschiedenen Perspektiven erleben.

Unterstützer

Sachsen

Diese Maßnahme ist mitfinanziert mit Steuermitteln des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

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