Ratgeber Pflege

Es ist schwer, wenn Angehörige nicht mehr ohne Hilfe leben können. Noch komplizierter ist der Umgang mit einem plötzlich eingetretenen Pflegefall. Jetzt muss Verantwortung für zu pflegende Angehörigen übernommen werden. Die Stadtverwaltung bietet mit folgenden Informationen Unterstützung an, um die Versorgung schnell zu organisieren, ohne wichtige Details zu vergessen.

Ratgeber Pflege

Wie findet sich die passende Pflege?

Soweit dies möglich ist, sollte mit Angehörigen, Freunden und Fachleuten gesprochen werden. Dabei ist Folgendes zu klären:

  • Welche Wünsche hat der Angehörige für die Versorgung?
  • Wie lassen sich diese Wünsche mit den eigenen Möglichkeiten und den häuslichen Gegebenheiten abstimmen?
  • Welche Pflegeangebote und ehrenamtlichen Dienste gibt es in der Gemeinde?
  • Wie wird die Pflege bei ambulanter Versorgung vertreten, wenn der Pflegende verhindert ist?

Es ist möglich bis zu 28 Tagen im Jahr einen Notfall-Pflegeplatz in Anspruch zu nehmen, wenn die zu pflegende Person nicht über eine längere Zeit alleine sein kann.

Es ist ratsam mehrere Angebote von verschiedenen Pflegeanbietern zu vergleichen. Ein Kriterium dafür könnte zum Beispiel sein, ob der Anbieter seinen Schwerpunkt eher im medizinischen oder in der Palliativpflege hat. Die Palliativpflege ist darauf ausgerichtet, schwerstkranke Menschen am Ende ihres Lebens zu begleiten. Es wird durch eine angemessene Schmerzversorgung und Pflege ein würdevolles Leben mit mehr Lebensqualität ermöglicht.

Wer ist der richtige Ansprechpartner bei der Planung der Pflege?

Je nachdem wo der Angehörige sich bei Eintritt des Pflegefalls befindet, sollten Kontakt aufgenommen werden:

im Krankenhaus:

Sozialdienst des Krankenhauses

zu Hause:

Hausarzt/Facharzt

ambulanter Pflegedienst

offene Altenhilfe

Seniorenberatungsstellen

Sozialamt

Sozialpsychiatrischer Dienst

 

Zudem sollte unbedingt Kontakt zur Pflegekasse aufgenommen werden.

Wieviel kostet Pflege und welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es?

Diese Fragen können Pflegeinrichtungen und Pflegekassen beantworten.

Grundsätzlich muss ein Teil der Kosten aus eigenem Einkommen und Vermögen der pflegebedürftigen Person oder Unterhaltsleistungen von Angehörigen getragen werden. Es ist wichtig zu wissen, dass die Pflegeversicherung erst dann einen Teil der Kosten übernimmt, wenn Pflegebedürftigkeit gemäß § 14 SGB XI (mind. sechsmonatiger Hilfebedarf) durch die Begutachtung des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) festgestellt wurde.

Es ist zu beachten, dass die erforderlichen Anträge rechtzeitig gestellt werden, damit keine Leistungen versagt bleiben.

  • Bei der Pflegekasse ist ein Antrag auf Feststellung der Pflegebedürftigkeit zu stellen.
    Die Pflegekasse beauftragt beim MDK ein Gutachten. Der MDK kommt zum Pflegebedürftigen und prüft, ob Pflegebedürftigkeit vorliegt.
  • Beim zuständigen Sozialamt ist ein Antrag auf Hilfe zur Pflege zu stellen.
    Reicht die Rente und das Vermögen nicht aus, wird die Pflege über Sozialhilfe abgedeckt. 
  • Bei der Rentenversicherung ist ein Fragebogen zur „Zahlung der Beiträge zur sozialen Sicherung für nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen“ auszufüllen.

Damit die Kosten abgeschätzt werden können, muss festgelegt werden, wie die Pflege sichergestellt werden soll, durch Angehörige, einen Pflegedienst (auch gemeinsam mit Angehörigen) oder in einem Pflegeheim. Wenn beispielsweise zu Hause gepflegt wird, erhält der Pflegende Pflegegeld. Dafür sollte geprüft werden, ob eine berufliche Pflegezeit genommen werden kann.

Was muss alles erledigt werden?

Damit nichts Wichtiges vergessen wird, kann die Checkliste Pflege genutzt werden:

Begriffsdefinitionen zum Thema Pflege

Pflegekasse

Die Träger der sozialen Pflegeversicherung in Deutschland sind die Pflegekassen. Sie wurden bei den Krankenkassen und der Bundesknappschaft angegliedert. Jedoch handelt es sich trotz dessen um eigenständige Behörden. Daher sind Anträge auf Leistungen der Pflegeversicherung immer an die Pflegekasse zu richten. Für die knappschaftlich Versicherten ist die Bundesknappschaft der Ansprechpartner in Sachen Pflegeversicherung. Die Pflegekassen sind verpflichtet bundesweit ein ausreichendes und leistungsfähiges Pflege- und Betreuungsangebot zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Zweck wurden Versorgungsverträge und Vergütungsvereinbarungen mit den Trägern von Pflegeeinrichtungen und sonstigen Leistungserbringern geschlossen. Im Einzelfall stellen sie sicher, dass eine ärztliche Behandlung Behandlungspflege, Leistungen zur medizinischen Rehabilitation, Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung nahtlos und störungsfrei ineinander greifen.

Pflegeberatung

Seit dem 1. Januar 2009 haben Pflegebedürftige, pflegende Angehörige sowie Antragsteller und Antragstellerinnen auf SGB-XI-Leistungen (mit erkennbarem Hilfebedarf) einen gesetzlichen Anspruch auf Pflegeberatung. Mit diesem Anspruch soll es ermöglicht werden, aus dem vielfältigen Versorgungsangeboten dasjenige herauszufinden, welches den individuellen Bedürfnissen der pflegebedürftigen Versicherten am besten entspricht. Verantwortlich für die Beratung sind die Pflegekassen. Sie können die Beratung in den Kassenräumen, telefonisch, in den Pflegeeinrichtungen oder auf Wunsch in häuslicher Umgebung anbieten. Es ist ratsam alle Personen in diese Beratung einzubeziehen, die mit der Pflege der hilfebedürftigem Personen befasst sind, z.B. Angehörige, Lebenspartner und Lebenspartnerinnen, Pflege- oder Betreuungskräfte oder die Nachbarschaft.

Begutachtungsverfahren, Festlegung der Pflegegrade

Der durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung ermittelte Hilfebedarf wird zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit bzw. Einstufung in einen entsprechenden Pflegegrad (1-5) benötigt. Ob und in welcher Höhe die Pflegeversicherung Leistungen für einen Pflegebedürftigen übernimmt, hängt davon ab, in welchem Pflegegrad (ab 01.01.2017) er eingestuft wird. Dies macht ein Gutachter bei einem Hausbesuch. Er prüft in sechs Bereichen, wie selbständig eine Person (noch) ist und wobei sie Hilfe benötigt:

  1. Mobilität (bewegen)
  2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten (sprechen, verstehen, orientieren)
  3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (ängstlich, aggressiv, resigniert, abwehrend etc.)
  4. Selbstversorgung (Körper pflegen, ankleiden, essen, trinken etc.)
  5. Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen (Medikamente einnehmen, Arzt aufsuchen etc.)
  6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakt (Tagesablauf gestalten, Freunde treffen etc.)

Betreutes Wohnen

Es handelt sich hierbei um verschiedene Wohnformen, die altersgerechte Ausstattung hauswirtschaftliche und pflegerische Dienstleistungen miteinander verknüpfen. Typischerweise wird ein Mietvertrag über eine Altersgerechte Wohnung geschlossen und zusätzlich Verträge über hauswirtschaftliche und pflegerische Dienstleistungen. Die älteren Menschen werden von Pflegekräften, therapeutischen und sozialpädagogischen Personal dahingehend betreut, dass eine größtmögliche Autonomie bei gleichzeitiger Unterstützung zur Bewältigung der individuellen Probleme gewährleistet wird. Daher gehört das betreute Wohnen nicht zu den Heimen im Sinne des Heimgesetzes. Durch das weiterbestehen eines eigenständigen Haushaltes wird die Selbstbestimmtheit und das Lebensniveau weiter erhalten.

Wichtiger Hinweis: „Betreutes Wohnen“ ist kein geschützter Begriff und Interessenten haben somit keinen Anspruch auf ganz bestimmte Vorort-Situationen.

Ambulante Pflege

Ambulante Pflege wird auch als häusliche Pflege bezeichnet. Pflegebedürftige werden bei dieser Pflegeform vom Pflegedienst zu Hause aufgesucht, sodass die vorher vereinbarten Pflegeleistungen verrichtet werden können. Die Pflegebedürftigen können weiterhin zu Hause wohnen.

Teilstationäre Pflege

Als Mischform zwischen ambulanter und stationärer Pflege, ist die Teilstationäre Pflege zu verstehen. Durch sie soll ein möglichst selbstbestimmtes Leben ermöglicht werden und zugleich ein umfangreiches Hilfs- und Notfallbetreuungsangebot gewährleistet werden. Dazu wird ein pflegeintensiver Zeitraum von professionellen Pflegekräften übernommen. Je nach Länge des Hilfebedarfs unterscheidet man zwischen Tages- und Kurzzeitpflege.

Tages- und Nachtpflege

Die Tagespflege ist eine Form der Teilstationären Pflege und soll die Selbstständigkeit fördern bzw. der Vereinsamung der Pflegebedürftigen entgegenwirken. Zudem soll die Heimaufnahme verhindert bzw. soweit wie möglich herausgezögert werden. Die Hilfebedürftigen leben weiter in der eigenen Wohnung und werden morgens durch einen Fahrdienst oder selbstorganisierten Transport in die Pflegeeinrichtung gebracht und am Nachmittag zurück. In der Pflegeeinrichtung werden dann die vereinbarten Pflegeleistungen erbracht. Zu beachten ist jedoch, dass die Pflegebedürftigen transportfähig sein müssen und dass diese Pflegeart meist nur von Montag bis Freitag angeboten wird. Die Leistungen gelten als Sachleistungen und sind ebenfalls mit dem Pflegegeld kombinierbar. Je nach Pflegegrad werden die Aufwendungen für Grundpflege, soziale Betreuung und bei Bedarf auch für die medizinische Behandlungspflege bei Vorhandensein eines Pflegegrades anteilig übernommen.

Kurzzeitpflege

Eine weitere Unterform der Teilstationären Pflege stellt die Kurzzeitpflege dar. Anders als bei der Tages- oder Nachtpflege verbleiben die Pflegebedürftigen in der Pflegeeinrichtung, jedoch ist der Aufenthalt begrenzt. Ziel dieser Pflegeform ist es, die pflegenden Angehörigen zu unterstützen, z.B. wenn Sie durch Urlaub oder Krankheit ausfallen. Zudem kann ein Kurzzeitpflegeplatz beansprucht werden, wenn Patienten am Ende eines Krankenhausaufenthalts noch nicht in der Lage sind, den eigenen Haushalt selbständig zu führen. Hierfür ist es wichtig, dass der Antrag auf Feststellung der Pflegebedürftigkeit bereits im Krankenhaus gestellt worden ist. Zu beachten ist, dass nur die Kosten für die pflegebedingten Aufwendungen (Grund- und Behandlungspflege) übernommen werden, jedoch nicht für Unterkunft und Verpflegung.

Verhinderungspflege, Ersatzpflege

Hierfür muss die pflegebedürftige Person von einer Pflegeperson mindestens 6 Monate lang gepflegt worden sein. Bei Verhinderung der Pflegeperson kann eine Ersatzpflegekraft, ein ambulanter Pflegedienst oder eine stationäre Pflegeeinrichtung die ambulante Pflege übernehmen. Dies ist zum Beispiel dann notwendig, wenn pflegende Angehörige durch Urlaub, Krankheit oder Kur verhindert sind. Die Ersatzpflege ist nicht auf den Haushalt der Pflegebedürftigen beschränkt. So kann zum Beispiel auch eine Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung abgedeckt werden. Es ist wichtig zu beachten, dass nur die pflegebedingten Aufwendungen erstattet werden. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sind von den Pflegebedürftigen selbst zu tragen. Zudem übernimmt die Pflegekasse nur die Aufwendungen in Höhe des Pflegegeldes des jeweiligen Pflegegrades, wenn Angehörige mit der ab dem zweiten Grad pflegebedürftigen Person verwandt oder verschwägert sind oder in häuslicher Gemeinschaft leben.

Vollstationäre Pflege

Bei dieser Pflegeform werden Pflegebedürftige dauerhaft in einem Pflegeheim untergebracht. Oft wird der Begriff Pflegeheim mit dem Begriff Heim verwechselt. Unter dem Begriff Pflegeheim versteht man eine Einrichtung in der Personen untergebracht sind, für die ambulante oder teilstationäre Pflegemaßnahmen nicht mehr ausreichend sind. Sie benötigen also eine rund um die Uhr Versorgung und Pflege. Ein Heim hingegen beherbergt Menschen ohne nachgewiesene Pflegebedürftigkeit. Das bedeutet, dass das selbstbestimmte Leben überwiegt. Dienstleistungen wie Säubern und Aufräumen im Zimmer können regelmäßig in Anspruch genommen, jedoch wird kein eigener Haushalt geführt. Die stationäre Pflege ist somit für schwer- und schwersthilfebedürftige Menschen vorgesehen und stellt die letzte Möglichkeit der Hilfe dar. Daher besteht der Anspruch auf Pflege in einer vollstationären Einrichtung nur, wenn häusliche oder teilstationäre Pflege nicht möglich ist oder wegen der Besonderheit des einzelnen Falles nicht in Betracht kommt. Insbesondere ist dies der Fall, wenn eine Pflegeperson fehlt oder es an der Pflegebereitschaft möglicher Pflegepersonen mangelt. Ebenso kann dies bei drohender oder bereits eingetretener Überforderung der Pflegepersonen, bei drohender oder bereits eingetretener Verwahrlosung der Pflegebedürftigen oder bei Eigen- und Fremdgefährdungstendenzen der Pflegebedürftigen der Fall sein. Zu beachten ist, dass Leistungsansprüche im Rahmen der vollstationären Pflege nicht geltend gemacht werden können, wenn Pflegebedürftige in einer nicht zugelassenen vollstationären Einrichtung untergebracht sind.

Pflegebedürftigkeit

Pflegebedürftig sind Personen, die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten ausweisen und deshalb Hilfe von anderen benötigen. Dabei sind nur solche Personen pflegebedürftig, die körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen sowie gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbstständig kompensieren oder bewältigen können. Die Pflegebedürftigkeit muss auf Dauer, das heißt für mindestens sechs Monate bestehen. Es entscheidet der Grad der Selbstständigkeit bei der Durchführung von Aktivitäten und der Gestaltung von Lebensbereichen.

Gesetzliche Regelungen zum Thema Pflege

Sozialgesetzbuch Elftes Buch (SGB XI)

Das Elfte Buch Sozialgesetzbuch enthält Vorschriften über die soziale Pflegeversicherung in Deutschland (allgemeine Vorschriften, Leistungsberechtigter Personenkreis, versicherungspflichtiger Personenkreis, Leistungen der Pflegeversicherung etc.).

Pflegezeitgesetz

Kurzzeitige Arbeitsverhinderung und Pflegeunterstützungsgeld

Die kurzzeitige Freistellung dient in erster Linie dazu, in einer akuten Pflegesituation eine bedarfsgerechte Pflege zu organisieren oder die pflegerische Versorgung in dieser Zeit sicher zu stellen.

  • Freistellung max. 10 Arbeitstage
  • ohne Ankündigungsfrist, beim Arbeitgeber zu beantragen/unverzüglich dem Arbeitgeber mitteilen, auf Verlangen mit ärztlicher Bescheinigung, mit Angabe der Dauer
  • Rechtsanspruch unabhängig von Größe des Unternehmens
  • Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld
  • Beantragung:  bei Pflegeversicherung des zu pflegenden Angehörigen mit ärztlicher Bescheinigung
  • während Freistellung bleibt Krankenversicherungsschutz erhalten

Pflegezeit

Kann in Anspruch genommen werden, wenn pflegebedürftige nahe Angehörige in häuslicher Umgebung gepflegt werden oder bei Betreuung minderjähriger pflegebedürftiger naher Angehöriger, auch außerhäuslich oder bei Begleitung in der letzten Lebensphase.

  • Vollständige oder teilweise Freistellung bis zu 6 Monate
  • (Begleitung in der letzten Lebensphase: 3 Monate)
  • Zur Abfederung des Lebensunterhaltes Anspruch auf ein zinsloses Darlehen
  • Beantragung:  Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (www.bafza.de)
  • Ankündigungsfrist: 10 Arbeitstage schriftlich gegenüber dem Arbeitergeber (inkl. Zeitraum, Umfang, Verteilung der Arbeitszeit); Voraussetzung: Nachweis der Pflegebedürftigkeit eines nahen Angehörigen durch Vorlage einer Bescheinigung der Pflegekasse oder des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MdK)
  • Kein Rechtsanspruch in Unternehmen mit 15 oder weniger Beschäftigten

Familienpflegezeit

Kann in Anspruch genommen werden, wenn ein naher Angehöriger länger pflegebedürftig ist und in häuslicher Umgebung gepflegt wird oder für die Betreuung minderjähriger pflegebedürftiger naher Angehöriger, auch in außerhäuslicher Umgebung

  • Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf bis zu 15 Stunden pro Woche für max. 24 Monate
  • Zur Abfederung des Lebensunterhaltes Anspruch auf ein zinsloses Darlehen
  • Beantragung:  Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben
  • Kein Rechtsanspruch gegenüber Unternehmen mit 25 oder weniger Beschäftigten (ausschließlich der zu ihrer Berufsbildung Beschäftigten)
  • Ankündigungsfrist: 8 Wochen vor dem gewünschten Termin schriftlich gegenüber dem Arbeitgeber (inkl. Zeitraum, Umfang und Verteilung der Arbeitszeit)
  • Pflegezeit und Familienpflegezeit können miteinander verbunden werden (max. 24 Monate)
  • Ankündigungszeit bei Übergang von Pflegezeit in die Familienpflegezeit: spätestens 3 Monate vor Beginn

Weitere Informationen

Kündigungsschutz: von der Ankündigung – höchstens jedoch 12 Wochen vor dem angekündigten Beginn – bis zum  Ende der Auszeit

Vorzeitige Beendigung: Ist der oder die nahe Angehörige nicht mehr pflegebedürftig, oder die häusliche Pflege unmöglich (z. B. wenn der oder die Angehörige stirbt oder in eine stationäre Pflegeeinrichtung aufgenommen wird) oder unzumutbar, endet die Pflegezeit und die Familienpflegezeit 4 Wochen nach Eintritt der veränderten Umstände.
Achtung: Der oder die Beschäftigte ist verpflichtet, den Arbeitgeber unverzüglich über die veränderten Umstände zu informieren,

Begriffserläuterungen:
Nahe Angehörige: Großeltern, Eltern, Schwiegereltern, Stiefeltern, Ehegatten, Lebenspartner, Partner einer eheähnlichen oder lebenspartnerschaftsähnlichen Gemeinschaft und Geschwister, Schwägerinnen und Schwäger, Kinder, Adoptiv- und Pflegekinder, die Kinder/Adoptiv- oder Pflegekinder des Ehegatten Lebenspartners, Schwiegerkinder, Enkelkinder
Pflegebedürftig: Alle Personen, die nach Sozialgesetzbuch XI (SGB XI) pflegebedürftig sind. Dies bescheinigt Pflegekasse oder MdK.

Pflegestärkungsgesetze

Neudefinition Pflegebedürftigkeit, Einführung Pflegegrade, Erhöhung Pflegegeld, höhere Pflegesachleistungen, Ausbau Tages- und Nachtpflege, Ausweitung Kurzzeitpflege

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