Ortsteil Zehista
An der Mündung der Bahre und des Meusegastbaches in die Seidewitz entstand vor über 660 Jahren das Dorf Zehista, dass heute etwa 680 Einwohner zählt. 1355 wurde die „villa dicta Zceyst“ erstmals in einer alten Urkunde erwähnt. Der Name könnte auf das slawische Wort cesta (Weg) zurückgehen, da hier einerseits ein alter Weg die beiden Burgen Dohna und Königstein verband und andererseits ein Weg vom Elbtal kommend über den Kamm des Osterzgebirges nach Böhmen führte. Später wurde dieser Weg als Neue Dresden-Teplitzer Poststraße bekannt.
Ursprünglich war Zehista nur ein kleiner Bauernweiler, der später um ein Vorwerk ergänzt wurde, welches sich Mitte des 16. Jahrhunderts zu einem Rittergut entwickelte. Im Dreißigjährigen Krieg nahm der schwedische Feldmarschall Johan Baner hier Quartier und leitete von Zehista aus die Belagerung von Pirna. Auch wenn ihm die Einnahme der Stadt gelang – die über der Stadt liegende Festung Sonnenstein widerstand dem schwedischen Ansturm. Johann Siegmund von Liebenau, der erfolgreiche Verteidiger des Sonnensteins, erhielt dafür 1651 das Rittergut Zehista und ließ es zum repräsentativen Schloss ausbauen. Im 18. Jahrhundert war Johann Adolf von Brühl, Bruder des späteren sächsischen Premierministers Heinrich von Brühl, hier der Schlossherr. Ihm verdankt das Schloss seinen markanten Turm. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Schloss Zehista zu Wohnzwecken umgenutzt. Nach einer längeren Zeit des Leerstandes kann hier seit einigen Jahren wieder herrschaftlich gewohnt werden.
Neben dem Schloss bildet der Gasthof „Zur Post“ das zweite markante Gebäude im Ort. Der Name erinnert an die glanzvolle Zeit der kursächsischen Postkutschen, die hier seit Ende des 17. Jahrhunderts verkehrten. Der Gasthof war zwischen 1693 und 1827 die erste Post- und Pferdewechselstation auf dem Weg von Dresden nach Prag. Die Straße Richtung Böhmen wurde nach 1810 als eine der ersten in Sachsen zur Chaussee ausgebaut. Bis heute ist diese ehemalige Neue Dresden-Teplitzer Poststraße die kürzeste Verbindung von Pirna nach Tschechien.
Um Schloss und Gasthof gruppierten sich die Anwesen der Zehistaer, die überwiegend in der Landwirtschaft ihr Auskommen fanden. Das Siedlungsbild veränderte sich erst mit dem Bau der Seidwitztalstraße in Richtung Liebstadt (1871) und dem Anschluss an die Eisenbahnlinie von Pirna nach Großcotta (1894). Neue Häuser entstanden entlang der Straße nach Pirna, in dessen Fabriken die Zehistaer nun auch zunehmend zum Arbeiten pendelten. Die Einwohnerzahl verdoppelte sich zwischen 1871 und 1910 von 413 Personen auf 843 Personen. Für den gewachsenen Ort entstanden 1886 und 1902 zwei neue Schulgebäude, die heute noch als Grundschule Zehista genutzt werden. Seit 1930 ist Zehista ein Ortsteil von Pirna. Die letzte große bauliche Erweiterung erfolgte in den 1990er Jahren im Südosten des Ortsteiles mit der Anlage eines Wohnparks, der heute die Heimat von etwa 100 Familien ist.











