Nieder- und Obervogelgesang
Am linken Elbufer liegen, stromaufwärts von Pirna, die kleinen Häuserzeilen von Nieder- und Obervogelgesang, die durch den Struppenbach voneinander getrennt sind. Die Bebauung nimmt einen schmalen, teils weniger als 50 Meter breiten Terrassenstreifen am Elbufer ein, der sich nur im Mündungsbereich des Struppenbaches etwas aufweitet.
Obervogelgesang wurde 1539 erstmals erwähnt, damals noch unter der Bezeichnung „Königsnase“ nach dem gleichnamigen Aussichtsfelsen oberhalb der Elbe. Schon wenige Jahre später ist jedoch 1548 von „Vogelgesang“ die Rede. Niedervogelgesang wurde 1551 in der Form „Fogelgesenger“ erstmals genannt.
Während Niedervogelgesang als Pirnaer Ratsgut gegründet wurde, war Obervogelgesang ein Zubehör des Rittergutes Kleinstruppen. Entsprechend erfolgte auch die kirchliche bzw. schulische Zuordnung nach Pirna bzw. Struppen.
Die Bewohner der beiden kleinen Ansiedlungen, die noch Mitte des 18. Jahrhunderts kaum mehr als 50 Häuser umfassten, waren insbesondere im Sandsteinabbau, in der Elbschifffahrt und als Fischer tätig. Im 19. Jahrhundert wurden auch Hopfen und Obst angebaut.
Aufgrund der elbnahen Lage waren Ober- und Niedervogelgesang in den vergangenen Jahrhunderten wiederholt von Hochwassern betroffen.
Markantestes Bauwerk des Ortsteils ist die 1.400 Meter lange Stützmauer der Elbtalbahn, die 1847/48 als massive Hangsicherung unterhalb der Sandsteinfelsen von Obervogelgesang errichtet wurde. Im Volksmund ist sie heute als „Millionenmauer“ bekannt, auch wenn ihre Baukosten nicht so hoch waren.
Mit der Eröffnung des Haltepunktes Obervogelgesang begann auch die touristische Entwicklung, die bis heute anhält. Sowohl der Elberadweg als auch der Malerweg führen durch Nieder- und Obervogelgesang. Oberhalb des Struppenbaches befinden sich mit „Pilzwand“ und „Ratsleitenturm“ auch zwei kleine Kletterfelsen im Ortsgebiet.
Niedervogelgesang wurde 1923 nach Pirna eingemeindet. Obervogelgesang ist seit 1974 ein Teil der Stadt. Aktuell wohnen hier ca. 150 Menschen.