Pirna und Eisenerz besiegeln Städtefreundschaft – Begegnung, Kultur und Dialog am Erzberg in der Obersteiermark
Frank Schieritz, stellvertretender Ortswehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Copitz verbrachte einst seinen Familienurlaub in der Steiermark.Während eines Feuerwehrfestes in Eisenerz schaute er bei den Kameraden vorbei und sprach den damaligen Kommandanten an: „Ich möchte gern mal die Technik sehen und schauen, ob die mit unserer vergleichbar ist.“
Was mit einem Dienstbesuch begann, wurde zu einer jahrelangen Freundschaft. Seit den 2000er Jahren pflegen die Ortsfeuerwehr Pirna-Copitz und die Freiwillige Feuerwehr Eisenerz regelmäßige Besuche und einen lockeren Austausch. Es ist die warmherzige Gastfreundschaft sowie das Leben von Gemeinschaft, Kameradschaft und Tradition, die letztendlich zu dieser langjährigen Freundschaft führten.
Am vergangenen Pfingstwochenende wurde aus einer Freundschaft zwischen den Feuerwehren nun auch eine Städtefreundschaft zwischen Pirna und Eisenerz feierlich besiegelt. Anlass war das Pfingstfest der Feuerwehr mit der Einweihung des neuen Rüsthauses in Eisenerz.
Oberbürgermeister Tim Lochner sagte dazu: „Die Feuerwehr-Begegnungen legten den Grundstein für einen wachsenden kulturellen Austausch zwischen den Kommunen. Städtefreundschaften sind mehr als nur Urkunden, sie sind gelebte Brücken zwischen Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, Sprachen, Geschichten und Traditionen.“
Der Eisenerzer Bürgermeister Thomas Rauninger ergänzte: „Unsere Freundschaft dient der Beziehung zwischen unseren Städten Eisenerz und Pirna und damit dem Wohl unserer Bürgerinnen und Bürger. Ich freue mich darauf, die Stadt Pirna kennenzulernen.“
Eisenerz liegt im Bezirk Leoben in der Obersteiermark. Hier wird das für die Region und ganz Österreich so wichtige Eisenerz abgebaut. Das Wahrzeichen der Stadt ist der 1466 Meter hohe Erzberg, ein aktiver Tagebau, der größte in Mitteleuropa. Aufgrund seiner markanten Form und der rund 40 weithin sichtbaren Stufen wird er auch als die größte Pyramide der Welt bezeichnet. Seit über 1 300 Jahren wird hier Eisenerz abgebaut. In den 1950er Jahren lebten und arbeiteten mehr als 13.000 Menschen in der Bergbaustadt. Heute sind es rund 4.000, 70 Prozent der Handarbeit wurde durch Maschinen ersetzt.
Ein wachsender Wirtschaftsfaktor ist das Erzbergrodeo. Jedes Jahr im Juni nehmen 1 500 Motocrosser aus 40 Nationen daran teil. Der Kampf gegen den „Berg aus Eisen” ist das härteste Enduro-Motorradrennen der Welt, bei dem nur eine Handvoll Fahrer das Ziel nach 35 Kilometern Geröll erreichen.
Umgeben von den wunderschönen Eisenerzer Alpen ist die Region ideal für Natur- und Wanderfreunde. Mit ihren acht Museen, darunter einem Krippen-, einem Mineralien- sowie einem Post- und Telegraphenmuseum, kann die Stadt Eisenerz zu Recht als Museumsstadt bezeichnet werden.
Aufgrund der historischen Bedeutung des Erzbergbaus und der Verbundenheit der Bürger untereinander wird die Städtefreundschaft zwischen Pirna und Eisenerz künftig auch außerhalb der Feuerwehr-Einsatzkräfte gepflegt, zum Beispiel in Bereichen wie Vereinen und Kultur.



