Neffe von Maler Erich Gerlach führt am 17. Oktober durch Sonderschau im StadtMuseum Pirna
Der Dresdner Kunstsammler und Kunstkenner spricht über die Arbeiten von Erich Gerlach (1909 - 2000). Als Neffe des Künstlers kennt er Gerlach nicht nur als Maler, sondern verbindet mit seinen Erinnerungen auch persönliche Erlebnisse.
Erich Gerlach studierte in den 1920er Jahren an der Staatlichen Akademie für Kunstgewerbe in Dresden. Während seiner Studienzeit freundete er sich mit Johannes Kotte (1908 – 1970) an. Als ausgebildeter Gebrauchsgrafiker schuf Gerlach sich über Ausstellungsgestaltungen in Museen und auf Messen die wirtschaftliche Unabhängigkeit für seine freien künstlerischen Arbeiten. Desgleichen dienten auch öffentliche Aufträge diesem Anliegen. In seiner freien Kunst malte er neben seinen tief empfundenen Landschaften und sensiblen Porträts die Menschen in ihrem Lebensumfeld mit ihren alltäglichen Freuden und Leiden. Die letztgenannten Arbeiten enthielten häufig missionarische Aussagen, die den Vorstellungen der Zeit nicht widersprachen. Seine Bilder wurden in allen wichtigen Kunstausstellungen gezeigt, es kam zu öffentlichen Ankäufen in Museen und er erhielt Kunstpreise sowie 1977 den Nationalpreis der DDR.
Gerlach und Kotte sind heute weniger bekannt, obwohl sie Arbeiten von beachtenswerter Qualität schufen. Ein Großteil ihres künstlerischen Nachlasses liegt von der Öffentlichkeit wenig beachtet in Schubläden ihrer Nachfahren. In diese Kunstnachlässe zu schauen und damit die Künstler dem Vergessen ein Stück weit zu entreißen, ist Anliegen der Sonderausstellung „In Kunstnachlässe geschaut: Hans Kotte und Erich Gerlach – zwei Malerfreunde“. In Zusammenarbeit mit dem Forum Mitteldeutsche Kunst 20. Jahrhundert e.V. wird die Schau bis zum 1. November 2026 im StadtMuseum Pirna gezeigt. Zu sehen sind Arbeiten auf Papier. Erich Gerlach schuf auch Ölgemälde, während der Nachlass von Johannes Kotte ausschließlich Zeichnungen und Aquarelle umfasst. In der Sonderausstellung werden diese ausgewählten Werke der beiden Freunde, die ein Leben lang miteinander in Kontakt blieben, zusammengeführt und gegenübergestellt.