150 Jahre „Ring des Nibelungen“: Wagner-Oper auf Pirnaer Jahn-Orgel in 90 Minuten
Eineinhalb Jahre nach dem viel beachteten Orgel-Opus „Walkürenritt auf 4000 Pfeifen“ kehrt der international renommierte Dirigent und Organist Hansjörg Albrecht für das moderierte Konzert „Der Ring in 90 Minuten“ am 19. September 2026 in die Pirnaer Stadtkirche St. Marien zurück. Zum 150. Jubiläum der Uraufführung des „Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner spielt er Ausschnitte aus dem gewaltigen Opernzyklus auf der Jahn-Orgel.
Vor 150 Jahren – im August 1876 – erklang in Bayreuth erstmals Wagners Werk, dessen Wurzeln bis in die Dresdner Kapellmeisterjahre des Komponisten reichen. Tom Adler, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Richard-Wagner-Stätten Graupa, zeichnet die dramatische Handlung des „Ring des Nibelungen“ mit Witz und Skepsis nach. Bereits 2025 moderierte er Albrechts Pirnaer Orgelkonzert, bei dem Auszüge aus Bruckners 3. und 7. Symphonie sowie Ouvertüren und Ausschnitte aus Wagners Opern „Tannhäuser“, „Die Walküre“ und „Die Meistersinger von Nürnberg“ gespielt wurden.
Der gebürtige Freiberger Hansjörg Albrecht, Jahrgang 1972, begann seine musikalische Laufbahn im Dresdner Kreuzchor und studierte Dirigat und Orgel in Hamburg, Lyon und Köln. Als Assistent, Organist und Cembalist arbeitete er mit dem Dresdner Kammersänger und Dirigenten Peter Schreier (1935-2019) zusammen. Konzerte als Organist führen Albrecht u. a. nach Saint-Eustache in Paris, Westminster Cathedral in London, St. Patrick’s in New York, in das Konzerthaus Berlin, die Berliner Philharmonie, die Frauenkirche Dresden, das Brucknerhaus Linz, das Auditorio de la Musica Madrid oder das Rudolfinum in Prag.
Die Jahn-Orgel der Pirnaer Marienkirche wurde 1842 vom Dresdner Friedrich Nikolaus Jahn erbaut und verfügte zunächst über 44 Register auf zwei Manualen und Pedal. Von 1889 bis 1891 überholte Julius Jahn das Instrument und versah es mit einem neuen Gehäuse. In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts schuf Johannes Jahn ein drittes Manual, erweiterte die Disposition auf 56 Register und stattete die Orgel mit pneumatischen Ton- und Registertrakturen aus. Von 1978 bis 1979 überholte die Bautzner Orgelbaufirma Herman Eule das Instrument, legte die Tontrakturen wieder mechanisch an und baute einen neuen Spieltisch. 2005 wurde die Orgel bei einer Generalüberholung gereinigt und erhielt neue Schleifladen sowie neue Prospektpfeifen aus Zinn.