Pirna – Eine Stadt wie gemalt

Der italienische Maler Bernardo Bellotto – genannt Canaletto – hat im 18. Jahrhundert viele europäische Städte in seinen Gemälden detailreich porträtiert, darunter Venedig, Dresden, Wien und Warschau. Allerdings nur in Pirna kann man noch 270 Jahre später solch eine Stadtansicht erleben. Denn das Aussehen der Renaissance- und Barockfassaden sowie des Marktplatzes von Pirna, so wie Canaletto es seinerzeit sah, ist nahezu erhalten geblieben. Wie damals überragt der Turm der bis 1546 erbauten Marienkirche den Platz und reihen sich stolze Bürgerhäuser mit ihren Erkern, Sitznischenportalen und Verzierungen aneinander.


Mehr zur Geschichte

Bernardo Bellotto

Bernardo Bellotto, genannt Canaletto

*   20.05.1722 in Venedig

+  17.10.1780 in Warschau

Künstlerisch herausragend war Canaletto insbesondere durch seine detailgetreuen Stadtansichten, zunächst von italienischen Metropolen wie Venedig, Florenz, Rom, Turin und Verona. Seine künstlerische Ausbildung zur Vedutenmalerei mit der Camera Obscura erhielt er in Venedig bei seinem Onkel Antonio Canal. Doch diesen hatte er längst übertroffen. Erfahrungen sammelte er auf zahlreichen Studienreisen.

Canaletto war 25 Jahre alt, als er 1747 dem Ruf König August III. nach Dresden folgte, um dort zum kurfürstlich-sächsischen Hofmaler ernannt zu werden. Nach Venedig und Rom sollte Canaletto nun auch die bedeutenden sächsischen Städte für alle Zeiten festhalten.

Neben zahlreichen Ansichten der Residenzstadt entstanden in dieser Zeit elf großformatige Gemälde von Pirna. Spätere Werke zeigen Wien, München und Warschau. Inmitten dieser europäischen Großstädte ist Pirna die einzige Kleinstadt, die Canaletto seinerzeit künstlerisch ins Bild gesetzt hat.   

Das kurfürstliche Dekret

Am 26. April 1753 unterschrieb der sächsische Premierminister Graf von Brühl das kurfürstliche Dekret über Canalettos Tätigkeit in Pirna:

„Auf der Allerdurchlaucht. pp hierdurch ergehende Verordnung hat der Amtmann Crusius zu Pirna, auch sämmtl. Vasallen und Gerichtsobrigkeiten denen gegenwärtig produciret wird, dem Königl. HofMahler, Bernardo Bellotto Canaletto, welchem die Fertigung derer Zeichnungen über die Situationes deren Gegenden um Pirna, und sonst aufgetragen worden, auf dessen beschehendes Anmelden, mitallem verlangendem ohnweigerlich zu assistiren, und ihm auf keinerley Weise noch Wege etwa hinderlich zu seyn, vielmehr mit allem erforderlichem sonder die Wiederrede, oder Aufenthalt an Hand zu gehen.“

Canaletto in Pirna

1754 befanden sich in der königlichen Gemäldesammlung bereits vier Ansichten von Pirna. Insgesamt hielt der Maler von 1753 bis 1755 die beschauliche Stadt an der Elbe in elf Veduten und mindestens 25 Repliken fest. Das berühmteste Gemälde ist das Panoramabild „Der Marktplatz zu Pirna“ (1753). Leider ist bis heute wenig über den privaten Alltag des Malers während seines Aufenthaltes in Pirna bekannt.

Der siebenjährige Krieg beendete 1763 Canalettos Schaffensperiode in Sachsen. Die Pirnaer Veduten des 1780 in Warschau verstorbenen Malers sind heute im Besitz der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Im sogenannten „Canalettohaus“ am Markt zeigt der TouristService eine Meisterkopie des Marktplatzbildes, gemalt von Christoph Wetzel. Im Rathaus gleich gegenüber befindet sich eine weitere außergewöhnliche Kopie des Gemäldes: Eine Holzintarsienarbeit des Dresdner Intarsienmeisters Ekkehard Reiners von 1981/82.

Highlights im Canaletto-Jahr

Canaletto-Spurensuche

Hier kann man auf den Spuren des bekannten Malers Bernardo Belotto wandeln.

StadtMuseum Pirna

Gäste in der Hauptausstellung

Im Jubiläumsjahr verwandelt sich das gesamte Museum in eine große Canaletto-Ausstellung.

Skulpturensommer

In den Bastionen der Festung Sonnenstein treten barocke und zeitgenössische Skulpturen in Dialog.

Pirna (ba)rockt

Das Pirnaer Stadtfest macht die Altstadt zu einer großen Party

Im Jubiläumsjahr steht auch das Stadtfest ganz im Zeichen Canalettos und bekommt einen barocken Anstrich.

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