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Energie & Umwelt Stadt

Stadt Pirna schließt Kommunale Wärmeplanung ab – Analyse zeigt Potenzial für Fernwärmeausbau

Die Stadt Pirna hat als eine der ersten Kommunen in Sachsen den Prozess der Kommunalen Wärmeplanung (KWP) erfolgreich abgeschlossen.

Die Ergebnisse werden am 3. Februar 2026 dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorgelegt. Mit der Wärmeplanung erfüllt Pirna die gesetzlichen Vorgaben des Wärmeplanungsgesetzes, das alle Kommunen verpflichtet, eine strategische Grundlage für eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2045 zu schaffen. 

Der Beschluss der Wärmeplanung hat keine rechtlichen Folgen für Eigentümerinnen und Eigentümer von Gebäuden. Alle nach dem Gebäudeenergiegesetz zulässigen Heizungsarten können weiterhin frei gewählt werden. Unabhängig vom kommunalen Wärmeplan gilt ab dem 30. Juni 2028 beim Austausch einer Heizung die bundesweite Vorgabe, dass mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien eingesetzt werden müssen.

Die Kommunale Wärmeplanung ist ein strategisches Instrument, das Kommunen dabei unterstützt, die Wärmeversorgung schrittweise auf erneuerbare Energien und Abwärme umzustellen. Für die Stadt Pirna wurde der Wärmeplan auf Grundlage eines entsprechenden Fördermittelbescheids erstellt. Der Stadtentwicklungsausschuss hatte hierzu einstimmig die ENERKO GmbH mit der Erarbeitung des kommunalen Wärmeplans beauftragt. In den Planungsprozess wurden zudem Vertreter der Wohnungswirtschaft sowie die Stadtwerke Pirna aktiv einbezogen.

Grundlage der Planung war eine Bestandsanalyse, die für Pirna zeigt, dass derzeit rund 80 Prozent des Wärmeverbrauchs in Pirna durch Erdgas oder Fernwärme gedeckt werden. Ziel der Planung ist, für jedes Gebiet der Stadt zu ermitteln, welche Form der Wärmeversorgung dort künftig am effizientesten und möglichst treibhausgasneutral umgesetzt werden kann. Ein sogenanntes Zielszenario zeigt auf, in welchen Bereichen der Stadt perspektivisch zentrale Lösungen wie Fernwärme sinnvoll sein könnten und wo dezentrale Systeme, etwa Wärmepumpen, voraussichtlich die bessere Option darstellen. Für die Zukunft sieht die erarbeitete Planung ein Potenzial, das Fernwärmenetz zu verdichten und in Teilen zu erweitern. Je nach Szenario könnte der Anteil der Fernwärme am gesamten Wärmebedarf auf 28 bis 39 Prozent steigen. Wasserstoff wird, in Abstimmung mit den Stadtwerken, derzeit nicht als Option für die künftige Wärmeversorgung berücksichtigt. 

In dezentralen Gebieten wird voraussichtlich überwiegend auf Wärmepumpen gesetzt. Für einzelne Bereiche, darunter die Altstadt, besteht aktuell noch kein abschließendes Versorgungskonzept.

Auf Grund des zu erwartenden Ausbaus an Wärmepumpen hat die Stadt Pirna die Möglichkeit genutzt eine weiterführende Analyse des Stromnetzes durchführen zu lassen. Diese zeigt, dass das Netz in Pirna gut aufgestellt ist und nur ein moderater Ausbau sowie wenige zusätzliche Trafostationen in Pirna notwendig sein werden, um die steigenden Lasten durch Wärmepumpen und Elektromobilität zuverlässig abdecken zu können.

Die Stadtwerke Pirna bereiten bereits erste Schritte zur Erweiterung des Fernwärmenetzes vor. Gleichzeitig wird die Fernwärmeerzeugung schrittweise auf erneuerbare Energien umgestellt. Die Ergebnisse der Kommunalen Wärmeplanung werden bald auf der Internetseite der Stadt Pirna sowie auf der Internetseite der Stadtwerke über eine interaktive Karte öffentlich einsehbar sein. 

Markus Dreßler: “Die vorliegende erste kommunale Wärmeplanung beantwortet heute noch nicht alle Fragen, aber sie bietet eine Orientierung und zeigt eine mögliche Perspektive, die es weiterzuentwickeln gilt. So ist ein weiterer Fernwärmeausbau in Pirna möglich. Dieser muss jedoch für unsere Stadtwerke wirtschaftlich tragfähig und im Ergebnis für die Bürgerinnen und Bürger attraktiv sein. Nicht zuletzt zeigt der kommunale Wärmeplan vor allem auch auf, wo durch die Eigentümer auch künftig dezentrale Lösungen, voraussichtlich Wärmepumpen, zu erwarten sind. Auf der Grundlage der Wärmeplanung werden wir nunmehr regelmäßig mit den Stadtwerken die dynamischen Entwicklungen (z. B. die Fördermöglichkeiten) beraten, eine Lösung für die Altstadt erarbeiten, den Austausch mit Wohnungsunternehmen unterstützen, um im Ergebnis für Pirna Stück für Stück die besten Entscheidungen zu treffen. Über die Entwicklung und vor allem mögliche neue Erkenntnisse soll regelmäßig öffentlich informiert werden.”

Peter Kochan ergänzt: “Die kommunale Wärmeplanung ist für uns weit mehr als eine gesetzliche Pflichtaufgabe – sie ist eine strategische Chance. Sie schafft die Planungsgrundlage für den zukunftsorientierten Ausbau unserer Netzinfrastruktur und gibt eine Orientierung für Investitionen in eine nachhaltige Wärmeversorgung. In den kommenden Monaten werden wir die erarbeiteten Daten so aufbereiten, dass sie für die Bürgerinnen und Bürger einfach, transparent und praxisnah nutzbar sind. Geplant ist eine interaktive Online-Karte, über die jeder Einwohner per Klick nachvollziehen kann, welche Versorgungsoption perspektivisch sinnvoll ist – ob beispielsweise Fernwärme oder eine Wärmepumpe. Ergänzend wollen wir zum Thema Wärmepumpen eine erste Kostenübersicht sowie mögliche Einstiegsangebote bereitstellen. Unser Ziel ist es, Planungssicherheit zu schaffen und konkrete Entscheidungsgrundlagen für die Menschen in unserer Stadt zu liefern.”