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Baumschutz

1. Baumschutz erforderlich?

Ein Grundsatz des Naturschutzes und der Landschaftspflege ist es, jeden Baumbestand und Baumstandort - auf öffentlichen sowie auf privaten Grundstücken - zu erhalten, zu pflegen und vor Gefährdung zu bewahren. Da der Baumschutz ein öffentliches Anliegen ist, wurde für das gesamte Stadtgebiet eine Baumschutzsatzung beschlossen.
Die Satzung ist ein Ortsgesetz und daher auch für jedermann rechtsverbindlich.

2. Baumschutz der Stadt Pirna

Geschützt sind Laubbäume mit einem Stammumfang von über 100 cm, gemessen in einer Höhe von 1,00 m über dem Erdboden.
Liegt der Kronenansatz unter dieser Höhe, so ist der Stammumfang unmittelbar unter dem Kronenansatz maßgebend.
Mehrstämmige Bäume sind geschützt, wenn mindestens einer der Stämme einen Stammumfang von über 100 cm aufweist.

Für diese geschützten Bäume ist ein Antrag auf Ausnahme oder Befreiung zu stellen, wenn eine Fällung beabsichtigt ist.
Eine Ausnahme oder Befreiung kann erteilt werden:

  • bei einem rechtskräftigen Urteil eines Gerichts,
  • eine nach den baurechtlichen Vorschriften zulässige Nutzung sonst nicht oder nur unter wesentlichen Beschränkungen verwirklicht werden kann,
  • von dem Baum Gefahren für Personen oder Sachen ausgehen,
  • der Baum krank ist und die Erhaltung auch unter Berücksichtigung des öffentlichen Interesses mit zumutbarem Aufwand nicht möglich ist,
  • Aufgrabungen im Bereich von geschützten Standorten zum Betreiben von Ver- und Entsorgungsleitungen unbedingt erforderlich sind und keine angemessenen Alternativen möglich sind,
  • ein geschütztes Gehölz ein anderes wertvolleres Gehölz wesentlich beeinträchtigt.

Von den Verboten können im Einzelfall Befreiungen erteilt werden, wenn

  • das Verbot zu einer nicht beabsichtigten Härte führen würde und die Abweichungen mit den öffentlichen Belangen vereinbar sind,
  • diese zu einer nicht gewollten Beeinträchtigung von Natur und Landschaft führen würde oder
  • Gründe des allgemeinen Wohls die Befreiung erfordern

Bei erteilten Ausnahmen und Befreiungen werden Ersatzpflanzungen festgelegt. Anzahl und Pflanzgrößen für die Ersatzpflanzung werden entsprechend der nachfolgenden Tabelle festgesetzt.

Grundstücksnutzung Art des Eingriffs Stammumfang
des Baumes bei Fällung
    100-199 cm >199 cm
öffentliche Flächen
(Straßenbäume, öffentliche
Grünfläche)
mit Genehmigung 1 LB 18-20 cm 2 LB 18-20 cm
ohne Genehmigung 2 LB 18-20 cm 4 LB 18-20 cm
Industrie-, Verwaltungs-
und Gewerbegebäude
mit Genehmigung 1 LB 18-20 cm 2 LB 18-20 cm
ohne Genehmigung 2 LB 18-20 cm 4 LB 18-20 cm
Mehrfamilienhäuser,
Schulen, Kindergärten,
Sportanlagen
mit Genehmigung 1 LB 14-16 cm 2 LB 14-16 cm
ohne Genehmigung 2 LB 14-16 cm 4 LB 14-16 cm
Ein- und Zweifamilien-
häuser, Wochenend-
grundstücke, Gärten,
Friedhöfe
mit Genehmigung 1 LB 8-10 cm 2 LB 12-14 cm
ohne Genehmigung 2 LB 8-10 cm 4 LB 14-16 cm

LB = Laubbaum

Nicht unter den Schutz dieser Satzung fallen

  • Obstbäume, mit Ausnahme von Walnussbäumen, Esskastanien, Obstbaumreihen und- alleen sowie Streuobstwiesen,
  • Pappeln, Birken, Baumweiden und abgestorbene Bäume,
  • Nadelbäume.

Die Satzung gilt auch nicht für Wald im Sinne des Waldgesetzes, für Produktionsflächen von Baumschulen, Gärtnereien und erwerbswirtschaftlich genutzten Obstplantagen und für Kleingärten nach Bundeskleingartengesetz und Gartendenkmäler, die dem sächsischen Denmalschutz unterliegen.

Verbotene Handlungen

Im Geltungsbereich der Baumschutzsatzung ist es verboten, geschützte Bäume zu entfernen, zu zerstören oder zu beschädigen und das äußere Erscheinungsbild des Baumes durch Schnittmaßnahmen wesentlich zu verändern.

Zu den Verboten zählen auch Einwirkungen auf den Wurzel- und Kronenbereich, wie

  • das Ablagern und Abstellen von Baumaterial, Arbeitsgeräten oder Baufahrzeugen,
  • das Befestigen oder Verdichten der Bodenfläche,
  • das Lagern oder Ausschütten von Salzen, Ölen, Säuren, Laugen und ähnlichen Stoffen, insbesondere von chemischen Auftaumitteln,
  • die Anwendung von Unkrautbekämpfungsmitteln (Herbiziden), soweit sie nicht für die Anwendung der Gehölze zugelassen sind,
  • das Austreten lassen von schädlichen Gasen und anderen schädlichen Stoffen,
  • das Anlegen offener Feuer,
  • das Anbringen von Befestigungselementen, Verankerungen sowie das Befestigen von Schildern, Annoncen, Fahnen, Werbetafeln.

Auch zu beachten sind alle anderen naturschutzrechtlichen Regelungen, zum Beispiel das generelle Fällverbot zwischen

  • dem 1. März und dem 30. September,
  • der Schutz von Streuobstwiesen als Biotop,
  • festgesetzte Bäume in Bebauungsplangebieten
  • oder der besondere Schutz bestimmter Arten, z.B. der Eibe, Schwarzpappel

4. Wie beantrage ich eine Ausnahme oder Befreiung?

Die Beantragung ist formlos oder mit dem dafür vorgesehenen Antrag beim Fachdienst Stadtplanung und Grünflächen zu stellen, unter Angabe der Gründe und mit einer Standortskizze. Das Verfahren ist kostenfrei.

HINWEIS: Beantragung als Ausnahmegenehmigung für den Schutzzeitraum 01. März bis 30. September beim Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landratsamt

Ansprechpartner: Fachdienst Stadtplanung und Grünflächen

Fachdienst Stadtplanung und Grünflächen

Am Markt 1/2
01796 Pirna
Tel. 03501 556-308
Kontakt

Fachdienstleiter Herr Drossel, Tel. 03501 556-205, Kontakt

Sachbearbeiter Herr Pfeiffer, Tel. 03501 556 263, Kontakt

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