Stadt

Wiederaufbau nach Hochwasserschäden aus 2013 in Pirna zu 97% abgeschlossen

Juni 2013: Pirna wird von der Elbe und deren Nebenflüssen überflutet; der Höchststand des Pegels lag zwischen 9,38 und 9,88 Meter und reicht damit knapp an den 2002er Pegel heran.

Insgesamt 20.000 Personen sind unmittelbar oder mittelbar vom Hochwasser betroffen, 7.700 Personen müssen evakuiert werden. Die Zerstörung, v.a. in der Altstadt Pirnas, ist groß. Eine erste Schadenserfassung ergibt eine Summe von 69 Mio. Euro. Ca. 1.000 Gebäude stehen im Wasser.

Wiederaufbau 2013 bis 2019
Die Stadt Pirna begann sofort nach Rückgang der Wassermassen mit dem nachhaltigen Wiederaufbau und verpflichtete noch 2013 einen Projektsteuerer (teamproject GmbH), der die Stadt bei der Umsetzung unterstützt, damit der Wiederaufbau parallel zum Normalbetrieb geleistet werden konnte.
Stadt und Projektsteuerer erarbeiteten einen Wiederaufbauplan mit insgesamt 123 städtischen (Gebäude, Straßen, Wege, Grünflächen, Ingenieurbauwerke, Gewässer, Kanalarbeiten) und nicht-städtischen (Hospitalstiftung, Stadtwerke Pirna, Vereine, Fremde) Maßnahmen, den die Landesregierung bestätigte. Bis zum 30. Juni 2015 beantragte Pirna alle Fördergelder bei den Zuwendungsgebern SAB und LaSuV; das Budget umfasste ca. 39 Mio. Euro. Auf Grund der Fülle an Maßnahmen verlängerten die Fördergeldgeber den Durchführungszeitraum für die Hochwasserinstandsetzung von Ende 2016 bis Ende Juni 2019. Somit konnte die Stadt Pirna die sehr engen Bauzeiträume für 17 Maßnahmen entzerren. Der Wiederaufbau war mit nicht zu unterschätzenden Belastungen für Verkehr und das innerstädtische Leben und einer hohen Komplexität der Baumaßnahmen verbunden.
Vor und während der Durchführung der Schadensbeseitigung band die Stadt Pirna ihre Einwohner und Betroffene in den Wiederaufbau ein. So ging es zum einen darum, Bürgermeinungen dort einzuholen, wo Spielräume gegeben und genutzt werden konnten, z.B. bei der Zuwegung von Grundstücken, beim Ablauf von komplexen Baumaßnahmen in Hinblick auf öffentliches städtisches Leben oder optische Gestaltungsvarianten. Des Weiteren stellte die Stadt mehrere Ansprechpartner, Kontakt- und Informationsmöglichkeiten zur Verfügung, um die Betroffen zu informieren. So wurden alle Baumaßnahmen im Geoportal veröffentlicht, auf Einwohnerveranstaltungen wurden Hinweise der Betroffenen eingeholt und detaillierte Informationen zu anstehenden Bauarbeiten gegeben. Bei den Bauvorhaben in der Innenstadt wurde das Citymanagement mit einer Baustellenmediation beauftragt. Sehr wichtig war auch die gute Kooperation mit weiteren Bauherren wie den Stadtwerken, um Doppelbelastungen zu vermeiden und Arbeiten reibungslos und schnell zu erfüllen.
Die fünf kostenintensivsten Maßnahmen aus dem Wiederaufbauplan waren die Komplexmaßnahme Hospital-/ Schlosserbusch mit 4,2 Mio. Euro, danach das AlexA-Seniorenwohnheim mit 3 Mio. Euro (nicht-städtisch), die Mischwasserkanalerneuerungen der Stadtwerke auf der Klosterstraße (2,4 Mio. Euro) und der Breiten Straße (1, 7 Mio. Euro) sowie die Sanierung der Stützmauer in Pirna-Neundorf an der S 174, die 1,7 Mio. Euro kostete.
Restleistungen erfüllt die Stadt Pirna derzeit bis April 2019 an drei Maßnahmen. Zwei von den 123 angemeldeten Maßnahmen werden außerhalb der Hochwassersanierung umgesetzt. Somit hat die Stadt Pirna bereits 97%, d.h. 118 Maßnahmen, des Wiederaufbaus geleistet.

Fördermittel
Die Stadt Pirna hat für alle 123 Maßnahmen die Fördermittelanträge fristgerecht gestellt und den Zuwendungsbescheid der Genehmigungsbehörden erhalten; die wiederum bereits für 117 Maßnahmen eine anteilige Auszahlung geleistet haben.

Fazit
Für die Sandsteinstadt an der Elbe bedeutete der sieben Jahre lang andauernde Wiederaufbau eine aufwändige und langwierige organisatorische Abwicklung, die Mitarbeiter und weitere Involvierte parallel zum Normalbetrieb leisten mussten. Dafür erzielte die Stadt Pirna ein nachhaltiges und qualitativ hochwertiges Ergebnis. Bei künftigem Hochwasser fallen die Schäden und somit auch der Sanierungsaufwand geringer aus. Bei der Sanierung wurde beispielsweise darauf geachtet, dass Straßen in gebundener Bauweise wiederhergestellt werden, was Aus- und Unterspülungen entgegenwirkt. Bei der Sanierung von Brücken wurde auf eine größere Durchflussmenge für die Gewässer geachtet. In Gebäuden wurden elektrotechnische Anlagen oder Nutzräumlichkeiten nach oben oder in ungefährdete Bereiche verlegt. Alle verwendeten Materialien sind wasserfest und besitzen gute Reinigungseigenschaften. Gleichzeitig wurden viele Umweltkriterien bedacht. Auch auf die Umsetzung von Barrierefreiheit wurde geachtet.
Alle nicht hochwasserbedingt aufgetretenen Schäden sowie grundlegende Verbesserungen an der städtischen Infrastruktur wurden zwar synergetisch an die Hochwassersanierung geknüpft, jedoch finanziell ausschließlich auf Kosten der Stadt Pirna umgesetzt.

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