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Einige waren Nachbarn: Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand

Die Wanderausstellung „Einige waren Nachbarn: Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand“ des United States Holocaust Memorial Museums ist zu Gast in Pirna. Im Rathaus steht sie Schulklassen sowie Interessierten zu den Öffnungszeiten des Bürgerbüros zur Verfügung. Zusammen mit der Aktion Zivilcourage e.V. lädt die Stadt Pirna herzlich zu einem Besuch ein.

Die Ausstellung adressiert eine der zentralen Fragen zum Holocaust: Wie war der Holocaust möglich? Die zentrale Rolle von Hitler und anderen Führern der NSDAP ist unbestreitbar. Doch die Abhängigkeit dieser Täter von unzähligen anderen für die Durchführung der NS-Rassenpolitik ist weniger bekannt. Im nationalsozialistischen Deutschland und in dem von Deutschland dominierten Europa entwickelten sich überall, in Regierung und Gesellschaft, Formen von Zusammenarbeit und Mittäterschaft, wo immer die Opfer von Verfolgung und Massenmord auch lebten. Die Ausstellung untersucht die Rolle der Menschen im Holocaust und die Vielzahl von Motiven und Spannungen, die individuelle Handlungsoptionen beeinflussten. Diese Einflüsse spiegeln oft Gleichgültigkeit, Antisemitismus, Karriereangst, Ansehen in der Gemeinschaft, Gruppenzwang oder Chancen auf materiellen Gewinn wider. Die Ausstellung zeigt auch Personen, die den Möglichkeiten und Versuchungen, ihre Mitmenschen zu verraten, nicht nachgegeben haben und uns daran erinnern, dass es auch in außergewöhnlichen Zeiten Alternativen zu Kollaboration und Täterschaft gibt.

 

Bildungsangebote für Schulklassen

Als Bildungspartner des Museums bietet die Aktion Zivilcourage e.V. insbesondere für Schulklassen einen Interaktiven Rundgang durch die Ausstellung sowie einen begleitenden Workshop an. Anhand ausgewählter Fotografien und Elemente der Ausstellung werden die abgebildeten Ereignisse diskutiert und Phänomene wie Komplizenschaft, Profit, Handlungsoptionen und Hilfeleistungen in den Blick genommen. Neben der Frage, wie der Holocaust möglich war, wird zudem beleuchtet, was das mit uns heute noch zu tun hat. Bei der Organisation vor Ort und in Absprache mit der Stadt Pirna wirkt die Aktion Zivilcourage e. V. als Unterstützer. Gemeinsam mit dem Museum lädt der Verein herzlich zu einem kostenfreien Besuch ein. Die Bildungsangebote mit Rundgang durch die Ausstellung sind Montag, Mittwoch und Freitag ab 12 Uhr möglich. Eine Buchung ist vorab notwendig.


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