Energie & Umwelt Stadt

Energetisches Quartierskonzept der Pirnaer Innenstadt – Stadt deckt weiteres Energie-Einsparpotential auf

Im Juni 2019 vergab der Stadtentwicklungssauschuss den Zuschlag zur Erarbeitung eines energetischen Quartierskonzeptes – Quartier Innenstadt – an die Leipziger Firma Tilia GmbH.

Fundament der Entscheidung waren die vorangegangenen Beschlüsse eines Klimaschutzkonzeptes für Pirna und des eea-Maßnahmenplans, um die energetische Sanierung einzelner Quartiere im Stadtgebiet voranzutreiben.

Mit Hilfe des Konzepts möchte die Stadt weiteres Energieeinsparpotential nutzen. Bürgermeister Lang begrüßte die Entscheidung: „Wir wollen die in unserem Klimaschutzkonzept definierten Ziele erreichen. Dafür müssen wir die Energieverbräuche in Pirna kontinuierlich senken. Mit unserem Quartierskonzept Innenstadt haben wir nun die Möglichkeit, den Innenstadtakteuren ganz konkrete Optionen aufzuzeigen, die viel Einsparpotential bergen und mit gutem Beispiel voranzugehen. Vor allem der konsequente Ausbau der Fernwärme, energetische Sanierungsmaßnahmen und die Installation von Photovoltaikanlagen können zu einer relevanten Energie- und Treibhausgasminderung im Quartier führen.“

Anfang Juli 2019 begann die beauftragte Firma mit der Erarbeitung des Konzeptes. Untersucht wurden Möglichkeiten alternativer Wärmeversorgung (z.B. Ausbau Fernwärme), des Einsatzes erneuerbarer Energien, der energetischen Sanierung der Gebäude sowie der Verknüpfung verschiedener Bereiche in sog. Sektorenkopplung von Wärme, Strom und Verkehr.

Von Beginn an wurden die Akteure im Quartier (v.a. Stadtwerke, Stadtverwaltung, Wohnungsgesellschaften) sowie die Öffentlichkeit in die Konzepterarbeitung einbezogen und über die Fortschritte informiert. Insgesamt führte die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Auftragnehmer 2 Informations- und Diskussionsveranstaltungen für die Öffentlichkeit durch.

Ende vergangenen Jahres wurde das Projekt abgeschlossen und dessen Umsetzung in der vergangenen Sitzung vom Stadtrat beschlossen.

Projektergebnisse

Die Experten des Auftragnehmers Tilia erfassten und analysierten zuerst alle Energieverbräuche des Quartiers. Darauf aufbauend leiteten sie verschiedene Varianten für eine optimierte Strom- und Wärmeversorgung ab und kalkulierten deren wirtschaftliche und ökologische Auswirkungen. Auf der Grundlage der Kalkulationen konnten sie dann konkrete Maßnahmen für das Quartier festlegen.

Folgende Maßnahmen empfehlen die Experten für das Quartier der südlichen Innenstadt:

Maßnahmen Wärme (Einsparungen: 27% der aktuellen CO2-Emissionen, ca. 4.324 t CO2/ Jahr)

  • Ausbau der Fernwärmeinfrastruktur
  • Modernisierung Wärmeerzeugungsanlagen
  • Nutzung Solarthermie-Potenzial
  • Durchführung von energetischen Sanierungen

Maßnahmen Strom (Einsparungen: 9% der aktuellen CO2-Emissionen, ca. 1.421 t CO2/ Jahr)

  • Umrüstung Innenraum- und Straßenbeleuchtung auf LED
  • Nutzung Solarstrom-Potenzial

Maßnahmen Verkehr (Einsparungen: 12% der aktuellen CO2-Emissionen, ca. 1.967 t CO2/ Jahr)

  • Ausbau der Infrastruktur für Radfahrer und Fußgänger
  • Umgestaltung Königsteiner Straße mit Grünstreifen und Busspur

Sonstige Maßnahmen

  • Einstellung eines Sanierungsmanagers für das Quartier

Diese Maßnahmen wurden in einem Abschlussbericht ausführlich hergeleitet und dokumentiert. Den kompletten Bericht finden Sie auf www.pirna.de.

Die Stadtverwaltung Pirna wird nun die empfohlenen Maßnahmen im Quartier im Rahmen ihrer Zuständigkeiten schrittweise umsetzen und alle weiteren Akteure des Quartiers motivieren, die Energieeinsparpotentiale ebenso für sich zu nutzen. Über die konkrete Umsetzung der Einzelmaßnahmen wird der Pirnaer Stadtrat im Rahmen der jeweiligen Haushaltsplanung und gegebenenfalls weiterer Einzelbeschlüsse im Rahmen der Zuständigkeit entscheiden.

Die Gesamtkosten für die Erstellung des Konzepts betrugen rund 83.000 Euro. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) förderte die Erstellung des Konzeptes im Programm „Energetische Stadtsanierung – Zuschüsse für Quartierskonzepte und Sanierungsmanager“. Der Stadt Pirna liegt ein Zuwendungsbescheid mit einer Förderung von 65% der Gesamtkosten für das ausgewählte Quartier im Bereich der Innenstadt vor.

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