Klitzeklein – Erzgebirgische Holzminiaturen aus der Sammlung von Albrecht Krenkel

02. Dezember 2018 bis 10. März 2019

Mit über 2000 Miniaturfahrzeugen aus dem Erzgebirge könnte die Ausstellung als ein Oldtimertreffen im Lande Liliput angesehen werden, nur dass Gulliver auf seinen Reisen vor fast 300 Jahren außer den Pferdegespannen noch nichts von den hier gezeigten Autos, Motorrädern, Traktoren, Bussen, Straßenbahnen und Flugzeugen hat entdecken können.

Das älteste Miniaturauto der Sammlung von Albrecht Krenkel ist reichlich 100 Jahre alt. Der Motorwagen von 1906 orientiert sich in der Form an den ersten, noch kutschenartig aussehenden Automobilen. Auch die anderen Miniaturen tragen Modellcharakter, so dass ein Rundgang durch die Ausstellung einer Chronik der Fahrzeuggeschichte gleicht. Noch heute werden im Erzgebirge Miniaturen gefertigt, die sich jedoch an historischen Vorbildern orientieren und keine aktuellen Fahrzeugformen nachgestalten. Am Anfang des 20. Jahrhunderts als Spielzeug entworfen, sind sie zu heißgeliebten Objekten von Sammlern geworden.

Einer der begeisterten Sammler ist Albrecht Krenkel aus Burgstädt. In den 1980er Jahren fand er im Haus seiner
Eltern eine Kiste mit beschädigten Miniaturen. Fasziniert von der Feinheit und detaillierten Darstellung, reparierte er die Fundstücke und hielt Ausschau nach weiteren Miniaturen, die zu DDR-Zeiten nur selten zu erwerben waren. Nach 1990, als durch den einsetzenden Renovierungsboom die Böden geräumt wurden, besuchte er regelmäßig die Flohmärkte und baute so seine beachtliche Sammlung auf, wovon sich der Besucher in der Ausstellung überzeugen kann.

Dass um die Wende zum 20. Jahrhundert sich das Kleinspielzeug zu einer selbständigen und bald auch den Markt
mitbestimmenden Warengruppe entwickelte, resultierte nicht aus der Faszination am Kleinen sondern wurde durch
handfeste ökonomische Zwänge bestimmt. Von 1870 bis 1900 hatte sich der Festmeterpreis bei Fichtenholz mehr
als verdoppelt. Wichtige Importländer veränderten ihre Zollpolitik. Beurteilt wurde nicht der Wert eines Objektes,
entscheidend war das Gewicht. Mit der Herstellung von Miniaturen reagierte das Handwerk im Erzgebirge auf die
Veränderungen am Weltmarkt und konnte überleben. Auch heute müssen die Spielzeughersteller des Erzgebirges
auf aktuelle Entwicklungen reagieren. Für Sammler und Liebhaber des Kleinen und Feinen werden auch gegenwärtig Miniaturen hergestellt. Einigen Werkstätten begegnen Sie in der Ausstellung.

Zu sehen sind die Exponate im weihnachtlich geschmückten StadtMuseum Pirna.

Klitzeklein-Miniaturen-Pirna-Ausstellung-StadtMuseum

Öffnungszeiten der Ausstellung

Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr
27. November bis 02. Dezember geschlossen
24. und 31. Dezember geschlossen
25. und 26. Dezember und 1. Januar 2018 von 13 bis 17 Uhr

Eintritt: 4 €, ermäßigt 3 € | Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre Eintritt frei

Mehr Informationen im StadtMuseum Pirna unter 03501/ 556 461 und www.museum-pirna.de

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