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09.03.2018, Quelle: KTP, Kategorie: Kultur/Freizeit

Neue Sonderausstellung "Friedrich Nietzsche. Also sprach Zarathustra." zeigt Radierungen aus einem Grafikbuchprojekt von Hanif Lehmann

Keine leichte Kost ist die neue Ausstellung der Richard-Wagner-Stätten Graupa, die vom 24. März bis zum 17. Juni 2018 zu sehen sein wird. Wer sich aber auf den Weg zu Friedrich Nietzsches poetisch-philosophischem Universum in „Also sprach Zarathustra“ (1883–1885) begeben möchte, wird sicher ungeahnte Entdeckungen machen.

Das Werk, das lange Zeit selbst für literarisch bewanderte Personen fast aus dem Bewusstsein geraten war, galt im 19. Jahrhundert neben Goethes Faust als eines der Lieblingsbücher der Deutschen. Doch während Goethes Faust stets präsent war, egal ob auf der Theaterbühne, in illustrierten Buchausgaben, musikalischen Kompositionen, literarischen Adaptionen oder bildkünstlerischen Darstellungen, geriet Nitzsches Zarathustra nach und nach in Vergessenheit. Selbst im Jahr 2010, als sich das Erscheinen der Schrift zum 125. Mal jährte, fand das Ereignis kaum Beachtung.
Seit kurzem ist jedoch eine Renaissance von Nietzsches Werk erkennbar. Das 2010 eröffnete Nietzsche-Haus mit Dokumentationszentrum und kleinem Museum in Naumburg sowie die Sanierung des Geburtshauses in Röcken im Jahr 2003 und einige Publikationen von Nietzsches Werken sowie das Erscheinen verschiedener Biografien sind Belege dafür. Auf künstlerischem Gebiet ist der Grafiker Hanif Lehmann einer der wenigen, die sich an den Stoff heranwagen. Er arbeitet seit 2003 daran, die bildreiche Sprache Nietzsches – eine ganz eigene Verbindung von Philosophie und Dichtung – in Bildern erfahrbar zu machen.

Eben in jenem Jahr begann er das Buch-Projekt „Also sprach Zarathustra“, das ursprünglich 12 Bände umfassen sollte. Der erste Band mit 75 Seiten – ein Drittel davon sind Originalradierungen – erschien 2005. Mal sind es Arbeiten in feiner Kaltnadel ausgeführt, mal grobflächige Atzungen, kraftvoll, akzentuiert, detailreich mit Blick auf das Wesentliche. Nun arbeitet der Künstler bereits am fünften von insgesamt acht Bänden des Gesamtprojektes, das die originalen Grafiken dem vollständigen Nietzsche-Text an die Seite stellt. Neben den Büchern – limitiert auf jeweils 27 Exemplare – druckt Lehmann die Grafiken als Einzelblätter, ebenfalls begrenzt auf 37 Drucke. Diese Festlegung erhöht den Wert des einzelnen Objektes, was möglicherweise auch als Ausdruck des langen und beschwerlichen Weges anzusehen ist, den der Künstler beschreitet und dabei einen visuellen Bericht von seinen Reisen im Nietzsche-Kontinent Europa gibt. Der Umfang verleiht dem Unternehmen etwas Abenteuerliches. Lehmann nimmt sich die Zeit zum Erschließen des Nietzsche-Universums. Dank seines Eigenverlages Widukind-Presse kann er selbst das Tempo bestimmen. Es lohnt sich, sich die Website anzusehen und zu entdecken, welche Projekte von Lehmann geschaffen wurden.

Der 1971 in Rochlitz geborene Künstler erhielt seine Ausbildung an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden zunächst im Abendstudium bei Hans Kuschke. Außerdem zählten im Studium der Malerei und Grafik Siegfried Klotz und Wolfram Hänisch sowie Claus Weidensdorfer und Ralf Kerbach zu seinen Lehrern. 1994 erschien sein erstes Grafikbuch, eine Gestaltungsform, die ihn seither nicht mehr loslässt. Folgerichtig bildete sich Lehmann auf dem Gebiet der Typografie und Buchgestaltung weiter. 1996 erschien das erste Grafikbuch im Eigenverlag Widukind-Presse. Es entstanden Druckbücher und Malereien sowie Skizzen- und Zeichenbücher zu Aufenthalten u. a. in Böhmen, im Riesengebirge (2010), in Kostial und Trebenice (2015 und 2017) sowie in Wroclaw (2016), immer wieder aber auch Grafikbücher zu literarischen Vorlagen. Seit 1998 ist Lehmann freischaffend tätig.

Die Sonderausstellung „Friedrich Nietzsche. Also sprach Zarathustra“ ist Dienstag bis Freitag von 11 Uhr bis 17 Uhr geöffnet und an Wochenenden und Feiertagen von 10 Uhr bis 18 Uhr. Der Eintritt in die Richard-Wagner-Stätten Graupa beträgt 7 €, ermäßigt 4 €. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt.


Kontakt

Kultur- und Tourismusgesellschaft Pirna mbH - Presse & Öffentlichkeitsarbeit

Am Markt 7
01796 Pirna
Tel.: 03501 556 455
Fax.: 03501 556 12 455
Kontakt
Karolina Manitz

Informationen

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