Bereiche

Navigation

Inhalt

Grundsteuern

Was sind Grundsteuern?

Grundsteuern sind öffentliche Abgaben, zu deren Erhebung die Gemeinden nach § 1 Abs. 1 Grundsteuergesetz (GrStG) berechtigt sind. Bei der Erhebung der Grundsteuer sind folgende zwei Arten zu unterscheiden:

  • Grundsteuer A: Steuergegenstand ist das land- und forstwirtschaftliche Vermögen
  • Grundsteuer B: Erfassung aller bebauten, unbebauten Grundstücke oder Gebäuden auf fremdem Grund und Boden (z. B. Grund und Boden, Gebäude, Wohnungseigentum)

Wie erfolgen die Festsetzung und die Erhebung der Grundsteuer?

Bei Mietwohngrundstücken und Einfamilienhäusern für die ein im Veranlagungspunkt für die Grundsteuer maßgebender Einheitswert nicht festgelegt oder festzustellen ist, bemisst sich der Jahresbetrag der Grundsteuer nach der Wohnfläche und bei anderweitiger Nutzung nach der Nutzfläche (Ersatzbemessungsgrundlage). Hierzu ist durch den Steuerpflichtigen eine Grundsteuer-Anmeldung auszufüllen und bei der Gemeinde einzureichen ist. Die Grundsteuer-Anmeldung ist eine Steuererklärung, bei der die Grundsteuer vom Steuerpflichtigen selbst berechnet werden muss. Auf dieser Grundlage erhält der Steuerschuldner den Grundsteuerbescheid.

Wie erfolgen die Festsetzung und die Erhebung der Grundsteuer nach Grundsteuermessbescheid?

  • 1. Feststellung des Einheitswertes durch das Finanzamt
  • Ermittlung i.d.R. nach Ertragswertverfahren
  • stellvertretend für Grundstückswert wird Jahresrohmiete angesetzt
  • Jahresrohmiete x Vervielfältiger = Einheitswert
  • Finanzamt erlässt Einheitswertbescheid
  • 2. Festsetzung des Grundsteuermessbetrages
  • auf Einheitswert wendet Finanzamt einen Tausendsatz (sog. Steuermesszahl) an
  • Einheitswert x Steuermesszahl = Steuermessbetrag
  • Das Finanzamt erlässt Grundsteuermessbescheid, die
    Gemeinde erhält davon eine Durchschrift. Der Grundsteuermessbescheid ist die Grundlage für die Berechnung der Grundsteuer und die Zurechnung eines Objektes zum Steuerschuldner. Bei Fragen zu diesen beiden Bescheiden des Finanzamtes ist eine Klärung auch nur mit dem Finanzamt möglich!
  • 3. Festsetzung und Erhebung der Grundsteuer.
  • Die Stadt Pirna wendet auf den Steuermessbetrag den Hebesatz an
  • Steuermessbetrag x Hebesatz = Grundsteuer.
  • Der Steuerschuldner erhält den Grundsteuerbescheid.

Die Fälligkeiten der Grundsteuerentrichtung sind, je nach Höhe des Betrages, der 15.02., 15.05., 15.08. und 15.11. des Jahres. Auf Antrag ist auch eine jährliche Zahlung jeweils zum 01.07. möglich. Dieser Antrag ist bis zum 30.09. des Vorjahres beim "Fachdienst Steuern und Abgaben" zu stellen.

Wer ist zur Zahlung der Grundsteuer verpflichtet?

Die Leistungspflicht der Grundsteuer ist an den Tatbestand des Eigentums von Grundstücken geknüpft. Steuerpflichtig sind damit Eigentümer von:
bebauten und unbebauten Grundstücken
Gebäuden auf fremdem Grund und Boden (z. B. Garagen. Lauben)
Land- und Forstwirtschaftlichem Vermögen

Verfahren mit Grundsteuern bei Verkauf
 
Grundlage für die Zurechnung eines Objektes zu einem Steuerschuldner und für die Berechnung der Grundsteuer ist der Grundsteuermessbescheid des Finanzamtes. Eine Änderung oder Aufhebung des Grundsteuerbescheides kann somit erst erfolgen, wenn der Grundlagenbescheid des Finanzamtes geändert oder aufgehoben wurde.

Gemäß § 9 Abs. 1 Grundsteuergesetz (GrStG) wird die Grundsteuer nach den Verhältnissen zu Beginn des Kalenderjahres festgesetzt (sog. Stichtagsprinzip). Das Stichtagsprinzip bedeutet, dass Änderungen während des Kalenderjahres sich erst für die Grundsteuer des nächsten Kalenderjahres auswirken können.

Beim Verkauf eines Steuerobjektes während des Jahres bleibt der Veräußerer Steuerschuldner bis zum Ablauf des Jahres, in dem der Eigentumsübergang stattgefunden hat bzw. bis zur Fortschreibung aufgrund eines neuen Steuermessbescheides des Finanzamtes.

Nach einem Verkauf ist die Ummeldung des Steuerobjektes durch Einreichen des Kaufvertrages oder ähnlichen Schriftstücken beim Finanzamt Pirna, Bewertungsstelle, Clara-Zetkin-Straße 1 in 01796 Pirna vorzunehmen.
Notariell geschlossene Kaufverträge werden durch den Notar weitergereicht.


Die getroffenen Vereinbarungen im Kaufvertrag, wie z. B. das Übergehen aller Rechte und Pflichten mit Abschluss des Kaufvertrages oder der Steuerübergangstermin haben nur privatrechtliche Bedeutung im Innenverhältnis zwischen Veräußerer und Erwerber. Sie heben aber die öffentlich-rechtliche Steuerschuldnerschaft nicht auf.

Sollte der Übergang Besitz/ Nutzen/ Lasten nicht zu einem im Kaufvertrag genau festgelegten Datum sondern beispielsweise nach vollständiger Kaufpreiszahlung erfolgt sein, ist das Datum der vollständigen Kaufpreiszahlung umgehend schriftlich dem Finanzamt Pirna, Bewertungsstelle, Clara-Zetkin-Straße 1 in 01796 Pirna (Fax: 03501 551-9000) mitzuteilen. Nach dieser Mitteilung kann das Finanzamt Pirna die entsprechende Zurechnungsfortschreibung zum auf das Jahr der Kaufpreiszahlung folgenden 01.01. durchführen.

Sobald der Stadtverwaltung Pirna der Grundsteuermessbescheid des Finanzamtes auf den neuen Eigentümer vorliegt, erhält der bisherige Eigentümer den Abmeldebescheid. Da die Bearbeitungszeit des Finanzamtes Pirna nicht genau bestimmt werden kann, kann dies bedeuten, dass der Abmeldebescheid zum 31.12. erst im Laufe der folgenden Jahre ergeht. Bis zum Vorliegen dieses Abmeldebescheides bleibt die Zahlungspflicht des Veräußerers bestehen. Zu viel entrichtete Steuern werden nach der Umschreibung bzw. Abmeldung zurückerstattet.

Ansprechpartner: Fachdienst Steuern und Abgaben

Fachdienst Steuern

Am Markt 1/2
01796 Pirna
Tel. 03501 556-258
Tel. 03501 556-238 (Grundsteuer)
Fax 03501 556-204
Kontakt

Informationen