Das Lohengrinhaus
Seit Mai 2009 sind die Wagner-Gedenkräume wieder der Öffentlichkeit zugänglich.
Anhand einer Beschreibung, die der dem Komponisten nahe stehende Bildhauer Gustav Adolph Kietz im Rückblick auf seinen Besuch in Graupa aufzeichnete, wurden die beiden Wohnräume im Stil von sächsischen Bauernstuben des 19. Jahrhunderts rekonstruiert.
Daneben informiert die Präsentation im Lohengrinhaus über Wagners Aufenthalt in Graupa, über die zahlreichen Wanderungen, die Wagner in die nähere und weitere Umgebung unternahm und die sich in die allgemeine Erschließung der Sächsischen Schweiz durch Künstlerkollegen einordnen lässt, über die Gäste, die der Komponist im Lohengrinhaus begrüßen konnte, darunter Karl August Röckel und der erst 16-jährige Hans von Bülow sowie über die Geschichte des Museums und des Hauses selbst.
Wohnen und Arbeiten, wo Richard Wagner den Sommer 1846 verbrachte und den Kompositionsentwurf seines "Lohengrin" schuf! Für Musiker, Musikwissenschaftler und Künstler, die sich im weitesten Sinne mit dem Schaffen Wagners und seiner Zeitgenossen beschäftigen, stehen Stipendiatenwohnungen im Lohengrinhaus zur Verfügung.
Dauerausstellung "Wagner und Dresden" im Lohengrinhaus
Neben seiner Kindheit und frühen Jugendzeit, die Wagner in Dresden verlebte, war die Stadt zwischen 1842 und 1849 künstlerische und politische Heinstatt des Komponisten. Hier brachte er seine Opern „Rienzi (Oktober 1842), „Der Fliegende Holländer“ (Januar 1843) und „Tannhäuser“ (Oktober 1845) zur Uraufführung. Hier erlangte er, beeinflusst durch den Freund und Kollegen Karl August Röckel, Einblicke in die revolutionären Entwicklungen jener Zeit. Die aktive Teilhabe an den Revolutionsereignissen im Mai 1849 – ohne Waffe in der Hand! – führte zur Flucht Wagners aus Deutschland nach Zürich. Das Exil endete erst mit der Aufhebung seines Steckbriefes 1862. Seine in Dresden vollendete Oper „Lohengrin“ wurde 1850 in Weimar unter dem Dirigat von Franz Liszt zur Uraufführung gebracht. Dresden erlebte erstmalig 1859 eine Aufführung des Werkes.
Noten-, Bild- und Schriftdokumente vermitteln Einblicke in Persönlichkeit und Werk Wagners in den Dresdner Jahren, die durch seine Tätigkeit als königlich-sächsischer Kapellmeister sowie durch seine Beteiligung an den politischen, geistigen und künstlerischen Auseinandersetzungen seiner Zeit gekennzeichnet sind.
Das Graupaer Jagdschloss
Nachdem Kurfürst Friedrich August II. 1755 das Gut Graupa als „Schatullengut“, d.h. für sein Privatvermögen, übernahm, ließ er anstelle des ehemaligen Rittergutssitzes mit dazugehörigem Wildgehege einen repräsentativen Herrensitz errichten, das Jagdschloss „Raupenberg“. Nach einem durch Blitzschlag verursachten Brand im Jahr 1800 wird das Gebäude in Rekordzeit nahezu identisch wieder aufgebaut.
1831 wurde das Jagdschloss Königliches Kammergut und damit faktisch Staatseigentum. Vielfältige Nutzungsformen lösten sich bis auf den heutigen Tag ab.
Mit der Eingemeindung Graupas zur Stadt Pirna ging auch die Schloss-Immobilie in den Besitz der Stadt über. Im Jahr 2006 trafen die verantwortlichen Behörden die Entscheidung, im Jagdschloss eine nach neuesten musealen Kriterien gestaltete Dauerausstellung „Richard Wagner und Sachsen“ mit großzügigem Veranstaltungssaal einzurichten. Zuvor jedoch macht sich eine umfangreiche Sanierung erforderlich.
Der Richard-Wagner Kulturpfad
In dem zum Jagdschloss gehörenden Schlosspark mit seinem historischen Baumbestand wurde auf Initiative des Graupaer Heimatvereins mit inhaltlicher Unterstützung des Richard-Wagner-Museums ein „Kulturpfad“ angelegt, der über Lebens- und Schaffensstationen Richard Wagners informiert. Über eine Wegstrecke von 650 m quer durch den Park und entlang der Schlossmauerwurden 17 Tafeln aufgestellt, die auf 17 Wirkungsstätten verweisen, in denen Wagner wirkte. Neben dem Ortsverweis erhält man Informationen über den Zeitpunkt des Aufenthaltes und die Musikwerke, die hier entstanden bzw. zur Uraufführung gelangten.
Das Wagner-Denkmal im Liebethaler Grund
Eine weitere Sehenswürdigkeit in der Umgebung Graupas ist das als weltweit größtes Wagner-Monument geltende Denkmal von Richard Guhr im Liebethaler Grund. Durch Terrassierung der das Tal begrenzenden Sandsteinfelsen, wurde das Denkmal mit seiner 4 m hohen Hauptfigur zusätzlich monumentalisiert. Es zeigt Wagner als Gralsritter, umgeben von fünf allegorischen Frauenfiguren, die die fünf Elemente seiner Musik verkörpern: das Sphärische, das Lyrische, das Dionysische, das Tragische und das Dämonische.