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Dr. Ernst Gottlob Pienitz (1777-1853)

Dr. Ernst Pienitz (1777—1853) war der erste Direktor der Königlich Sächsischen Heil- und Versorgungsanstalt auf dem Sonnenstein.

Nachdem er von 1807—1811 selbständiger Hausarzt in der Straf- und Landesarmenanstalt zu Torgau war und bereits dort einzelne Geisteskranke behandelt haben soll, indem er sie als Pensionäre in sein Haus aufnahm, bekam er den Auftrag, die Stelle des Hausarztes auf dem Sonnenstein zu übernehmen. Viele Jahre als einziger Arzt, später assistiert durch Klotz und Lessing, gelang es ihm, diese Einrichtung zu entwickeln.

Mit der 1826 am Fuße des Sonnensteins eröffneten Außenstelle der Anstalt (dem späteren "Maria-Anna Heim') und weiterer Außenstellen auf Güter der Umgebung, dürfen psychiatriehistorisch diese als  Anfänge rehabilitativer Übergangseinrichtungen angesehen werden.

Zur Persönlichkeit von Dr. Pienitz gibt es einige Hinweise. Schmalz schreibt 1812: "Mit aller Kunde seines Faches, mit Liebe für die Kunst, mit Muth und Geduld, mit einem sanften Charakter und unermüdeter Thätigkeit ausgerüstet, stehen diesem Posten (des leitenden Arztes; der Verf.) Pienitz mit Würde vor."

Aus heutiger Sicht sollte der wohl einzigen Veröffentlichung von Pienitz aus dem Jahre 1839 mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Unter dem Titel "Einige Worte über die Nothwendigkeit der lrrenanstalten und die Behandlung der Seelenkranken vor Versetzung in dieselben" mit dem Vermerk "Für Nichtärzte" beschäftigt sich der Autor mit Behandlungs- und Betreuungsmöglichkeiten durch die Angehörigen im häuslichen Milieu.

Das eigentlich bemerkenswerte an der Pienitz'schen Heilbehandlung stellten jedoch die humanen Formen der Krankheitsbetreuung und Frühformen psychotherapeutischer Maßnahmen dar.

Den romantischen Idealen verpflichtet, bemühte sich Pienitz, die Kranken auf psychische Weise günstig zu beeinflussen.

Als Arzt war Dr. Ernst Gottlob Pienitz ein ausgezeichneter Praktiker. Seine Heilungserfolge und die damit verbundene Anerkennung verliehen ihm Selbstvertrauen und Sicherheit im Umgang mit Patienten. Sein Wirken fand im In- und Ausland Beachtung und Anerkennung.

Er verstarb am 30. Mai 1853 in seinem Pirnaer Haus in der Lauterbachstraße und wurde im Familiengrab auf dem Sonnensteiner Anstaltsfriedhof beerdigt.

Es war der maßgebliche Verdienst von Dr Ernst Gottlob Pienitz, daß der Sonnenstein ein guter Ort für geistig behinderte und psychisch kranke Menschen wurde.

Informationen

Stadtverwaltung Pirna

Am Markt 1/2 (Rathaus)

01796 Pirna

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