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Hochwasser-Tagebuch

Nach tagelangen starken Niederschlägen vorallem im Erzgebirge wurde auch Pirna am 12. August 2002 von Hochwasserfluten der kleineren Elbzuflüsse überschwemmt.  Weitere Nachbargemeinden und Städte hatten mit ebenso schweren Überschwemmungen zu kämpfen. An vielen Straßen und Plätzen wurden Schutzmaßnahmen vorbereitet. Die Stadt war ab dem 15. August 2002 erneut von einer Überflutung durch die Elbe bedroht. Der geordnete Aufbau der Kommunikation und der systematische Einsatz der Rettungskräfte konnte Schlimmeres verhindern. In den Lokalmedien wurde zusätzlich informiert, um die Bürger über die konkrete Situation während des Jahrhunderthochwassers zu unterrichten.

Ein kleiner bildhafter Rückblick erinnert an die Tage während und nach der Flut.

Sonntag, 11. August 2002

Mittleres Elbe-Hochwasser nach starkem Regen im Riesengebirge, Elbeparkplätze und Radweg unter Wasser, Tendenz fallend.

Montag, 12. August 2002

Starkregen im Erzgebirge – in der Stunde 20 bis 40 Liter pro Quadratmeter, Bäche werden zu reißenden Strömen; ab 16:00 Uhr Teile Zuschendorfs, Zehistas, der Süd- und der Innenstadt überflutet, 17:00 Uhr Katastrophenalarm für Pirna, 19:30 Uhr brechen Stromversorgung und Telefonnetz in der Stadt zusammen.

Dienstag, 13. August 2002

Seit dem Abend und in der Nacht zum Dienstag werden Zuschendorf und Zehista, Teile der Süd- und der überfluteten Innenstadt evakuiert. Die Pegel von Gottleuba und Seidewitz gehen im Laufe des Tages langsam zurück, die Elbe schwillt wieder an – Pegel-Prognose: Neun Meter.

Mittwoch, 14. August 2002

Das Hochwasser der Gottleuba/Seidewitz geht zurück, erste Aufräumarbeiten. Die Elbe steigt gegen 15:00 Uhr über die Sieben-Meter-Marke, neue Prognose: Elf Meter. Hunderte Helfer füllen 80.000 Sandsäcke zur Sicherung der Altstadt und von Copitz; Bundeskanzler Gerhard Schröder macht sich auf dem Sonnenstein ein Bild von der Situation der Evakuierten.

Donnerstag, 15. August 2002

Seit den Morgenstunden wird die Altstadt umfassend evakuiert, am späten Nachmittag zum Großteil erneut überflutet, ebenso Pratzschwitz. Erste Räumungen in Copitz; beide Elbbrücken sind gesperrt.

Freitag, 16. August 2002

Die Elbe steigt unaufhörlich, der Pegel Schöna erreicht gegen 22:00 Uhr den Scheitel: 12,02 Meter. Bewohner des gesamten oberen Elbtals sind evakuiert; die Bundeswehr errichtet auf dem Sonnenstein ein Zeltlager für 2.000 Evakuierte und 1.000 Helfer. Elbnahe Copitzer Straßen sind überschwemmt, die Stromversorgung wird gekappt.

Sonnabend, 17. August 2002

In der Nacht erreicht die Flut in Pirna ihren Höhepunkt, bis 19:00 Uhr geht die Elbe um einen Meter zurück. Am Nachmittag werden evakuierte Copitzer Straßen und die Sachsenbrücke freigegeben.

Sonntag, 18. August 2002

Am Morgen werden Häuser freigegeben, die »trockenen Fußes« erreichbar sind; die Elbe sinkt rasch. Es werden zwei Tote angeschwemmt, im Landkreis werden noch drei Menschen vermisst; die Aufräumarbeiten beginnen, Tausende Helfer aus allen Teilen der Bundesrepublik sind im Einsatz. Durch Deutschland rollt eine Welle der Hilfsbereitschaft. Allein in Pirnas Partnerstadt Remscheid werden in den ersten Tagen 200.000 Euro gespendet.

Informationen

Blicke zurück. Nach vorn.

 

Ausstellung Hochwasser

Die Fotoausstellung „DIE FLUT. Pirna 2002 – 2012. Blicke zurück. Nach vorn.“ konnte in der Zeit vom 3. August bis zum 30. November 2012 in der Volksbank-Hauptstelle und in Teilen im Foyer des Rathauses Pirna zu den üblichen Öffnungszeiten besichtigt werden.