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Made in GDR – 40 Jahre Spielzeuggeschichte(n)

Der Gang über einen Trödelmarkt zeigt jedem Besucher, dass es nichts gibt, das nicht veräußert werden kann. Ob alte Armbanduhren oder Wecker, Bierdeckel oder Reklameschilder, Stocknägel oder Gebrauchtgeschirr - für jedes Gebiet gibt es spezialisierte Sammler. Für gebrauchte Spielzeuge scheint das Interesse besonders groß zu sein.

Was veranlasst Sammler an ihren Wochenenden Kilometer zu fahren, um an einem Markt teilzunehmen und neue Objekte zu erwerben, die anschließend geordnet und gelagert werden müssen? Als Geldanlage dürften sich Reklameschilder und Stocknägel weniger eignen. Auch Puppenstubenmöbel, Postspiele oder Plastautos aus DDR-Zeiten werden als Wertanlage kaum von Bedeutung sein, selbst wenn inzwischen für manche Rarität unvermutet hohe Preise gezahlt werden.

Das Stadtmuseum Pirna stellt mit der Sonderausstellung „Made in GDR – 40 Jahre Spielzeuggeschichte(n)“ Teile einer DDR-Spielzeugsammlung vor, die aus weit mehr als 1000 Exponaten besteht. Eric Palitzsch aus Freital, Jahrgang 1973, sammelt seit seinem 15. Lebensjahr. Er wuchs in der kleinen Stuhlbauerstadt Rabenau mit einer älteren Schwester und drei jüngeren Brüdern auf. Das Spielzeug wurde an die jüngeren Geschwister weitergereicht und wenn es nicht mehr im Gebrauch war, auf dem Boden gelagert. So ist manches aus seiner eigenen Kindheit erhalten geblieben.

Mit dem Ende der DDR kam die Spielzeugproduktion im Osten weitestgehend zum Erliegen. Begehrtes, bisher nur als »Bückware« erhältlich oder finanziell für manche Familien unerschwinglich, lag jetzt unbeachtet in den Spielzeugläden und konnte für wenig Geld erworben werden. Kindergärten rüsteten um, Böden wurden zum Umbau entrümpelt, Familien entsorgten die »überflüssigen« Spielzeuge. Eric Palitzsch konnte nicht sehen, wie all die einst von ihm so begehrten Sachen im Müll landeten. Er trug zusammen – Spielzeuge und Ersatzteile - und begann gezielt nach noch fehlenden Dingen zu fragen.

Viel Wert legt der Sammler auf die Funktionstüchtigkeit seiner Objekte. Schon als großer Bruder musste er kaputtes Spielzeug in Ordnung bringen. Heute verfügt der gelernte Industriemechaniker und Elektriker über genügend technisches Verständnis und handwerkliches Geschick um auch die diffizilsten Reparaturen vorzunehmen.

Inzwischen ist das Interesse unter der Bevölkerung an Spielzeug aus DDR-Zeiten stark gestiegen. Wie kein anderer »Trödel« ist es Zeitzeugnis und damit ein Stück unserer jüngsten Geschichte. Im Spielzeug sind Moderichtungen, technische Entwicklung aber auch gesellschaftliche Veränderungen ablesbar, mit ihm verbunden sind jedoch auch viele persönliche Erinnerungen.

Für diese, Ihre Erinnerungen, interessieren sich der Sammler und die Mitarbeiter des Stadtmuseums Pirna. Unter »Spielzeuge suchen ihre Geschichte(n)« können Sie die Geschichte Ihres Lieblingsspielzeuges mit Ihren Kontaktdaten im Museum abgeben. Wann bekamen Sie es geschenkt? Welche Erlebnisse verbinden sie mit dem Spielzeug? Auch an Fotos, auf denen Sie mit ihren Spielsachen abgebildet sind, besteht Interesse. Es sollen Ihre Geschichten mit den Exponaten der Ausstellung zusammenführt werden. Damit wird der Wert, nicht der Geld-Welt einer Sammlung erhöht. Aber es ist ja auch nicht der Geld-Wert, der den Sammler immer wieder antreibt, den nächsten Trödelmarkt aufzusuchen.

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Klosterhof 2/3

01796 Pirna

Tel. 03501 556 461

Fax 03501 556 401

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Di – So 10 – 17 Uhr
feiertags 10 – 17 Uhr


Eintritt

4,00 Euro, ermäßigt 3,00 Euro


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Am Markt 7
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Ostsächsische Sparkasse Dresden