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In Memoriam Prof. Werner Schmidt

Mehr als ein halbes Jahrhundert prägte der Kunsthistoriker und -politiker Werner Schmidt maßgebend die Dresdner Kunst-, Kultur- und Museumsgeschichte. Er verstand es, im Spannungsfeld zwischen Kunst und Politik erfolgreich zu agieren.

Der Sohn eines Pirnaer Lehrers studierte Archäologie, Kunstgeschichte und Germanistik an der Universität in Leipzig und an der Humboldt-Universität Berlin. Nach seiner Assistentenzeit in der Nationalgalerie der Staatlichen Museen in Ost-Berlin wurde er 1959 nach Dresden berufen und leitete dort dreißig Jahre das Kupferstich-Kabinett. Bereits in den 1950er Jahren arbeitete er für die Rückführung der von der Sowjetunion 1945 abtransportierten Werke aus der Dresdner Gemäldegalerie. Von 1990 bis 1997 lenkte er als Generaldirektor die Geschicke der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden durch die turbulente Zeit des politischen Umbruchs. Er war Gründungsmitglied und erster Präsident der Sächsischen Akademie der Künste (1996–2002) und leitete von 1992 bis 2001 die Fachgruppe Museen bei der deutsch-russischen Regierungskommission zur Rückführung von Kulturgut.

Nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben setzte sich Werner Schmidt verstärkt auch für die Kultur in seiner Geburtsstadt Pirna ein. Kenntnis und Ideenreichtum verbunden mit einem ungebrochenen Engagement führten zu kulturellen Höhepunkten, die überregionale Beachtung fanden. So war er 1997 Gründungsmitglied und erster Vorsitzender des Canaletto Forums Pirna e. V. Gemeinsam mit dem Verein gab er das Buch »Canaletto in Pirna und auf der Festung Königstein« heraus und initiierte die Fertigung der Meisterkopie des Canalettowerkes »Der Marktplatz zu Pirna«, die heute im Foyer des TouristService ausgestellt ist. Im Jahre 2008 schenkten Isolde und Werner Schmidt dem Stadtmuseum Pirna einen beträchtlichen Teil ihrer privaten Grafiksammlung. Vor allem Lehrer mit ihren Schülern sollten europäische Kunstwerke aus sechs Jahrhunderten im Original betrachten können. Seine Begeisterung wollte er weitertragen und sah in der Bildung eine der Hauptaufgaben der Kunst. Anlässlich seines 80. Geburtstages im Jahr 2010 verlieh ihm die Stadt Pirna die Ehrenbürgerschaft.

Ein Bestandteil der Schenkung von Schmidt sind Arbeiten von Paul Wilhelm (1886–1965), die bis zum 8. November 2015 im Foyer und im Kapitelsaal des Stadtmuseums Pirna ausgestellt werden. Mit diesem Künstler, der vor genau 50 Jahren verstarb, verband Werner Schmidt eine enge Freundschaft. Nach dem Tod der Gattin Paul Willhelms bekam Schmidt gemeinsam mit dem bekannten Dresdner Kunsthistoriker Fritz Löffler die Nachlassverwaltung übertragen. Durch persönliche Verbindungen, die Werner Schmidt auch zu zahlreichen anderen Künstlern pflegte, und  Verhandlungsgeschick konnte der leidenschaftliche Sammler während seiner Zeit als Leiter des Dresdner Kupferstich-Kabinetts trotz geringer Ankaufmittel und kulturpolitischer Vorgaben mehr als 60 000 Blätter in »sein« Haus holen, darunter auch Arbeiten aus der nonkonformen Kunstszene.

„Politik ist die Kunst des Möglichen“ (Otto von Bismarck) – eine Kunst, die Werner Schmidt facettenreich beherrschte.

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